USA-Urlaub verliert für Deutsche an Reiz: Buchungszahlen stürzen ab

Die deutsche Tourismusbranche meldet einen spürbaren Einbruch beim Interesse an US-Reisen – Sicherheitsbedenken, Inflation und strengere Einreisehürden hemmen die Nachfrage.

heute 01:02 Uhr | 3 mal gelesen

Im Moment herrscht bei den Vorausbuchungen für Reisen in die Vereinigten Staaten ordentlich Flaute. "Wir verzeichnen momentan zweistellige Rückgänge bei den USA-Buchungen", bestätigte Albin Loidl, Präsident vom Deutschen Reiseverband (DRV), gegenüber der 'Welt am Sonntag' und holte dabei so gar nicht zum Euphemismus aus. Dass der Wind rauer geworden ist, zeigt sich laut Loidl nicht nur wegen der Debatte um schärfere Einreisebestimmungen; auch die steigenden Preise in den USA selbst lassen potentielle Urlauber überlegen, ob sich das Abenteuer noch lohnt. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob einem bei der Einreise nicht doch irgendein bürokratisches Fettnäpfchen zum Verhängnis wird – gerade nach den jüngsten, medienwirksamen Zwischenfällen mit der US-Einwanderungsbehörde ICE. Das Auswärtige Amt rät inzwischen sogar ausdrücklich zur Vorsicht rund um Proteste in den Staaten, weil es dort zuletzt zu tödlichen Auseinandersetzungen gekommen ist. Sogar bei den offiziellen Reisehinweisen ist inzwischen der eine oder andere warnende Satz dazugekommen, was zumindest nicht gerade für sonnige Stimmung bei Reisebuchungen sorgt.

Die momentane Skepsis deutscher Reisender gegenüber den USA hat viele Facetten: Neben der Unsicherheit über zukünftige Einreisebestimmungen und den sichtbaren Folgen einer Inflation in den Vereinigten Staaten wiegt auch das gestiegene Sicherheitsrisiko durch Polizeieinsätze und gesellschaftliche Spannungen schwer. Besonders auffällig: Viele potentielle Touristen äußern die Sorge, dass ein Aufenthalt nicht nur teurer, sondern auch riskanter geworden ist – das zeigen Rückmeldungen aus der Branche sowie die angepassten Reisehinweise des Auswärtigen Amts. Tatsächlich berichten große Reiseanbieter von einem zwei- bis sogar dreistelligen Rückgang der Buchungen, während Beobachter darauf verweisen, dass auch das politische Klima und schärfere Einreisegesetze eine Rolle spielen. Ergänzung aktuelle Entwicklungen: Laut taz und Zeit hat die amerikanische Regierung erst kürzlich weitere Kontrollmaßnahmen an Flughäfen angekündigt, was nicht nur Reisende, sondern auch Vertreter der Tourismuswirtschaft alarmiert. Zeitgleich bewerten Fachleute die Lage in den USA als volatil, da immer wieder Fälle von Gewaltanwendung durch Sicherheitsbehörden die internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die anhaltenden Diskussionen rund um US-Einreiseverschärfungen und die wirtschaftliche Unsicherheit dürften also weiterhin die Nachfrage bei deutschen Reisenden dämpfen.

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