EU-Kommission winkt Rettungskonzept für DB Cargo durch

Das Gutachten zur Sanierung von DB Cargo hat grünes Licht erhalten – daran knüpfen sich nun große Erwartungen, aber auch Befürchtungen.

heute 01:02 Uhr | 2 mal gelesen

Nicht nur das Okay aus Brüssel – auch das Management und der Aufsichtsrat der DB Cargo wie auch der Deutschen Bahn selbst haben den Restrukturierungsmaßnahmen zugestimmt. Damit steht fest: Die Finanzierung der Gütersparte ist zumindest auf dem Papier sicher, der Turnaround-Plan von CEO Bernhard Osburg reicht allerdings weit in die Zukunft – bis 2030. Bis Ende 2026 soll DB Cargo, so verlangt es die EU, wieder eigenständig schwarze Zahlen schreiben, sonst droht schlimmstenfalls die Aufspaltung. Osburg, seit Herbst 2023 Chef von DB Cargo, präsentierte bereits im Februar ein Sanierungskonzept, das vor allem eines bedeutet: sparen, wo es nur geht. Heftig – von 14.000 Stellen in Deutschland sollen mehr als 6.000 wegfallen. Immerhin, so heißt es von Bahnseite, möchte man wenigstens 8.000 Jobs retten. Leicht wird das alles bestimmt nicht. Es bleibt eine Mischung aus nüchterner Kalkulation und tatsächlicher Hoffnung – oder vielleicht sogar Zweckoptimismus.

Die Europäische Kommission hat den Sanierungsbemühungen bei DB Cargo zugestimmt und ein positives Gutachten dazu vorgelegt. Der Sanierungsplan, der vom DB Cargo-Vorstand und Aufsichtsrat mitgetragen wird, setzt auf ein umfassendes Sparprogramm, das etwa 6.200 Stellenstreichungen umfasst, um ab 2027 profitabel zu wirtschaften. Im Falle eines erneuten Defizits droht laut Kommission die Zerschlagung der DB-Gütertochter. Nach weiteren Recherchen wird deutlich: Die Sanierung ist auch aus Sicht der Politik umstritten, weil sie angesichts des Klimaziels für mehr Güterverkehr auf der Schiene in Deutschland und Europa ein wichtiges Signal wäre. Aktuell stehen Gewerkschaften, vor allem die EVG, den Plänen kritisch gegenüber, viele Mitarbeiter befürchten einen weiteren Ansehensverlust des Schienengüterverkehrs und fürchten um ihre Arbeitsplätze. Hintergrund ist außerdem eine EU-weite Debatte um die Wirtschaftlichkeit von Staatsunternehmen im Güterverkehr und die Frage, wie sich der Markt im Wettbewerb mit Straßen- und Seeverkehr behaupten soll.

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