Dass die Kassenbeiträge nicht ins Bodenlose steigen dürfen, liegt auf der Hand – aber auf dem Rücken der Patient*innen zu sparen? Für Verena Bentele, bekannte Stimme des VdK, völlig inakzeptabel. Vorrang haben laut ihr strukturelle Änderungen, die wirklich daran ansetzen, wo es hakt: Einnahmen und Ausgaben sollen sich die Waage halten, ohne dass an der Versorgung gesägt wird. Dabei spielt auch der Staat eine zentrale Rolle. 'Die gesamtgesellschaftlichen Aufgaben gehören in den Bund, nicht alleine auf die Schultern der Krankenversicherten', sagt sie. So eine zeitweise Ausgabendisziplin bei den Leistungserbringern – ja, warum eigentlich nicht? Aber keine Mogelpackungen: Die beitragsfreie Familienversicherung abzuschaffen, lehnt sie scharf ab, das würde manchen richtig treffen. Ebenso werden Gebührenerhöhungen für Medikamente, eine neue Praxisgebühr und ähnliche Ideen als sozial ungerecht kritisiert – besonders, weil Kranke oder Ältere das meist direkt zu spüren bekommen würden.
Im Kern fordert der VdK, dass die Beiträge fair und solidarisch verteilt werden, und spricht sich gegen versteckte Beitragserhöhungen aus, wie etwa die Abschaffung der kostenlosen Familienversicherung. Neben Bentele haben sich auch andere Sozialverbände und Patientenschützer kritisch zu möglichen Leistungskürzungen oder Zusatzbelastungen im Gesundheitswesen geäußert. In jüngsten Debatten um das Gesundheitsbudget werden vor allem die wachsenden Kosten, aber auch die Frage der sozialen Gerechtigkeit und einer nachhaltigen, generationengerechten Finanzierung heiß diskutiert. Neuere Entwicklungen der letzten Tage zeigen ein wachsendes Unbehagen gegenüber weiteren Belastungen für gesetzlich Versicherte – und einen Ruf nach mehr steuerlicher Beteiligung des Bundes, insbesondere bei gesamtgesellschaftlichen Aufgaben wie Kindererziehung oder der medizinischen Versorgung vulnerabler Gruppen.