Kaum warf die AfD mit ihren Vorschlägen zur Landtagswahl 2026 ein Schlaglicht auf die Zukunft des Automobilstandorts Baden-Württemberg, hagelte es Kritik: Marcel Fratzscher vom DIW fand deutliche Worte und warnte vor gravierendem wirtschaftlichem Flurschaden – nicht nur für das Land, sondern fürs gesamte Land. Auch Clemens Fuest vom Ifo-Institut und Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat, sparten nicht an deutlichen Einwänden. Besonders das geplante 'Buy-BW'-Programm der AfD, mit dem öffentliche Institutionen gezwungen wären, ausschließlich Fahrzeuge aus der eigenen Region zu beschaffen, stößt auf Unverständnis. Dieser Protektionismus sei, so Fratzscher, gerade für ein exportgetriebenes Land wie Baden-Württemberg äußerst gefährlich: Wer so vorgeht, droht Handelsstreitigkeiten in Europa heraufzubeschwören und die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen – insbesondere angesichts globaler Konkurrenz, etwa aus den USA. Grimm hält nachhaltige Innovationsförderung, offene Märkte und kluge Regulierung für zielführender, etwa im Bereich Künstliche Intelligenz oder Datenschutz. Fuest wiederum hebt hervor, dass die AfD-Vorschläge gleich mit mehreren rechtlichen Normen nicht vereinbar seien. Hinzu kommt: Die wirtschaftlichen Effekte von staatlichen Autokäufen fallen ohnehin kaum ins Gewicht. Und, man ahnt es: Würden alle ähnlich handeln und nur noch regional kaufen, würde ausgerechnet Baden-Württemberg – morgen noch Exportweltmeister – als einer der Hauptverlierer dastehen.
Im Kern kritisieren führende Ökonomen die AfD-Pläne als protektionistisch, wirtschaftsfeindlich und rechtlich kaum haltbar – sie würden der international vernetzten Wirtschaft Baden-Württembergs deutlich schaden. Insbesondere das angestrebte Buy-BW-Programm sehen Fachleute als realitätsfremd und als Gefahr für die Handelsbeziehungen im europäischen Kontext. Entscheidender wäre laut den Kritikern eine Förderung von technologischer Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, statt Abschottung und rechtlich fragwürdiger Lokalpolitik. Im Zuge aktueller Recherchen zeigt sich, dass der deutschen Autoindustrie – wie etwa bei Volkswagen oder Mercedes-Benz – ohnehin gerade große Herausforderungen durch die Transformation zu E-Mobilität, internationale Konkurrenz und Lieferkettenstörungen bevorstehen, während Politik und Unternehmen verstärkt darum ringen, Standorte, Arbeitsplätze und nachhaltiges Wachstum in Einklang zu bringen. Neue Studien warnen zudem, dass die Blockadehaltung gegen offene Märkte mittelfristig die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und das Innovationsklima schwächt. Gleichzeitig wird in mehreren aktuellen Berichten betont, dass lokale 'Buy National'-Programme auch in anderen EU-Ländern regelmäßig zu Konflikten mit dem Binnenmarkt führen und auf EU-Ebene immer wieder juristisch gestoppt werden.