Es ist schon auffällig: Wer sich ansieht, wie rasch chinesische Hersteller – speziell aus dem automotiven Bereich – neue Modelle auf die Straße bringen, wundert sich vielleicht, warum europäische Marken hinterherhinken. Laut Roland Berger gelingt es den Chinesen oft, die Entwicklungszyklen um rund ein Viertel kürzer und gleichzeitig 20 bis 30 Prozent günstiger zu machen. Und: Auch wenn ein großer Teil der Wertschöpfung etwa in die EU verlagert wird, bleibt über die Hälfte ihres Tempos erhalten.
Nun, das Klischee vom 'niedrigen Lohn' greift hier eindeutig zu kurz. Tatsächlich werden die entscheidenden Kostenvorteile, so die Studie, schon viel früher 'eingebaut' – und zwar ins Design und ins Produktkonzept: Standardisierung, wenig Schnickschnack und ein konsequenter Blick darauf, was Kunden wirklich brauchen ('fit-for-purpose'). Chinesische Unternehmen denken schlicht pragmatischer und lassen sich seltener zu detailverliebten Lösungen verleiten, die am Markt eh keiner nachfragt. Lieferantenstrukturen und Prozesse sind ebenfalls so getrimmt, dass Zeit und Geld gespart wird – Personalkosten sind eher Nebensache.
An einem Beispiel wird das besonders greifbar: Eine chinesische Automarke verkürzte ihre Entwicklungsdauer im Vergleich zum globalen Durchschnitt um mehr als ein Jahr – und das schlicht durch klares Umsteuern in den Abläufen, ohne Qualitätseinbußen in der Marktreife.
Klar: Europa hat noch Trümpfe wie Markenstärke, ein feines Gespür für lokale Kunden und Verständnis für Regularien. Doch diese Vorteile könnten verblassen, wenn der Abstand bei Kosten und Geschwindigkeit weiter wächst. 'China Speed Light' wäre – so lässt es die Studie offen – aber auch hierzulande machbar. Man müsste sich gezielt chinesische Prinzipien herauspicken und mit europäischen Tugenden verbinden, zum Beispiel in der Produktentwicklung.
Roland Berger und seine Analysten stützen ihre Erkenntnisse auf fundierte Branchenvergleiche und viele Projektbeispiele, insbesondere aus Automobil, Maschinenbau und anderen Industrien. Auf der Webseite der Beratung kann die komplette Studie eingesehen werden.
Nicht zu vergessen: Roland Berger steht als strategische Beratung international (Sitz in München, gegründet 1967) für umfassende Transformationsprojekte und Innovationsstärke – neuerdings auch mit Nachhaltigkeitsfokus.
(Falls jemand direkt Kontakt sucht: Julia Frank, PR bei Roland Berger, ist Ansprechpartnerin.)
Laut der Roland Berger-Analyse blitzten chinesische Hersteller vor allem mit Geschwindigkeit und Preis durch einen stringenten Entwicklungsstil auf – weniger wegen reiner Lohnkostenvorteile, sondern durch clevere Design-Entscheidungen, konsequente Standardisierung und optimierte Prozesse. Europäische Unternehmen haben durchaus die Chance, Teile des 'China Speed'-Modells zu übertragen, müssen aber gewohnte Routinen kritisch hinterfragen. Aktuelle Nachrichten betonen zudem, dass sich die europäische Autobranche mit einer zunehmenden Flut chinesischer Fahrzeuge und Preisdruck konfrontiert sieht – viele Experten fordern deshalb, Innovationszyklen weiter zu verkürzen, etwa durch modulare Strukturen und stärkere Digitalisierung. Chinesische Automobilhersteller steigern ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung in Europa deutlich, viele Werke entstehen mittlerweile in Deutschland, Ungarn und Spanien. Gleichzeitig beobachten Analysten, dass die EU mit Anti-Dumping-Zöllen oder strengeren Richtlinien auf die Konkurrenz reagieren könnte, was wiederum zu Preisanpassungen und höherem Entwicklungsaufwand auf beiden Seiten führt.