Im April verzeichnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lediglich 6.144 neue Asylerstanträge. Die Zahl liegt damit um 837 unter dem Märzwert und sogar fast 3.000 unter dem Vergleichsmonat aus dem vergangenen Jahr. Ein bemerkenswertes Minus von rund einem Drittel – das spiegelt sich nicht alles in nüchternen Prozenten wider; solche Rückgänge sind selten und erinnern in ihrer Deutlichkeit an die Situation während der Corona-Pandemie. Tatsächlich gab es zuletzt im Juni 2020 weniger neue Anträge – und das war eine absolute Ausnahmesituation. Lässt man Corona außen vor, muss man bis ins Frühjahr 2013 zurückgehen, um ähnlich niedrige Zahlen zu entdecken. Das betrifft übrigens nicht nur Erstanträge, sondern auch Folgeanträge: Die sanken von 3.242 im März auf 2.682 im April. Was der reine Zahlenvergleich nicht ausdrückt: Hinter jedem Antrag steckt eine Geschichte, Unsicherheit und die Suche nach Sicherheit – aber das nur am Rande bemerkt.
Die Zahl der Asylerstanträge in Deutschland ist im April deutlich gesunken, was möglicherweise auf verstärkte Grenzkontrollen, schnellere Asylverfahren und eine straffere Einreiseüberwachung zurückzuführen ist. Besonders auffällig ist dieser Rückgang im europäischen Vergleich, da auch andere Länder einen ähnlichen Trend beobachten – etwa Frankreich und Italien, wo jüngst neue politische Maßnahmen zur Steuerung der Migration eingeführt wurden. Gleichzeitig werden in der EU und in Deutschland Debatten über humanitäre Verpflichtungen, sichere Herkunftsstaaten und die langfristigen Auswirkungen schärfer geführt, wie aktuelle Berichte etwa von der EU-Kommission und deutschen Innenpolitikern zeigen.