Renten-Streit: Experten schießen gegen Kürzung beim Bundeszuschuss

Fachleute aus dem Rentenwesen üben deutliche Kritik an den Plänen von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), den Bundeszuschuss für die Rentenversicherung zusammenzustreichen.

heute 11:22 Uhr | 1 mal gelesen

Franz Ruland, der etliche Jahre die Geschäfte der Deutschen Rentenversicherung lenkte, hält eine Kürzung von vier Milliarden Euro für spürbar. Seiner Einschätzung nach würde das die Beitragssätze um satte 0,2 Prozentpunkte heben. Noch näherliegend sei aus seiner Sicht, dass die aktuell mehr als 40 Milliarden Euro schwere Reserve der Rentenversicherung zuerst kleiner gemacht wird, bevor an den Beiträgen geschraubt wird. Axel Börsch-Supan, ein bekannter Rentenexperte aus München, warnt davor, der Solidargemeinschaft der Versicherten zusätzliche Lasten aufzubürden. Ihm zufolge wäre eine Mittelkürzung nur dann ein Weg, wenn der Bund sogenannte „versicherungsfremde Leistungen“ herunterfährt – etwa Leistungen, die nicht direkt den Einzahlern zugutekommen. Das Gegenteil passiere aber gerade, wie die Ausweitung der Mütterrente zeige. Zudem widerspreche der Kurs den Versprechen der Ampel-Koalition, die Sozialabgaben generell zu senken. "Es fehlt schlicht eine stringente, längerfristige Strategie," moniert er. Ehrlich gesagt: Hier hat er wohl einen Punkt.

Rentenspezialisten wie Franz Ruland und Axel Börsch-Supan warnen vor den Folgen der geplanten Reduzierung des Bundeszuschusses zur Rentenversicherung. Börsch-Supan betont, dass ohne den gleichzeitigen Abbau versicherungsfremder Leistungen eine solche Maßnahme vor allem die Beitragszahler trifft und die finanzielle Stabilität des Systems gefährdet. Laut aktuellen Berichten aus mehreren großen Medienhäusern mehren sich die Stimmen, die in der Rentenpolitik der Bundesregierung ein Fehlen klarer Prioritäten kritisieren, während gleichzeitig die demografischen Herausforderungen drängender werden. Laut neuesten Analysen gilt die Rücklage der Rentenversicherung zwar als kurzfristiges Polster, jedoch warnen Institute davor, diese Puffer zu rasch abzubauen. In den letzten 48 Stunden wurde vermehrt thematisiert, dass eine Beitragssatzerhöhung auf lange Sicht droht und die Diskussion zur Rolle versicherungsfremder Leistungen, etwa der Mütterrente, intensiv geführt wird. Zudem fordern nicht nur Experten, sondern auch Sozialverbände, eine grundlegende Rentenreform, die die soziale Balance wahrt und den Generationenvertrag nicht weiter strapaziert.

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