Union fordert Strafbarkeit von Sexkunden in Deutschland

Rund um den Internationalen Frauentag drängt die Union erneut auf ein Verbot von Sexkauf – CSU-Politikerin Susanne Hierl mahnt Gesetzesverschärfungen zum Schutz prostituierter Frauen an.

heute 09:36 Uhr | 2 mal gelesen

„Mit einem Sexkaufverbot könnten wir vielleicht tatsächlich etwas gegen die katastrophalen Zustände in der Prostitution tun“, meint Susanne Hierl (CSU), rechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion. Sie bemängelt, dass Freier aktuell zu oft ungeschoren davonkommen, was ihrer Ansicht nach ein zweifelhaftes Signal sendet. Auch prominente Unionspolitik, etwa Julia Klöckner und Nina Warken, unterstützen diese Linie. Hierl setzt auf das sogenannte Nordische Modell, das Freier und Zuhälter kriminalisiert, nicht aber die Sexarbeiterinnen. Vielmehr müsse der Fokus auf Hilfe beim Ausstieg liegen – niemand sollte glauben, im Gewerbe festzustecken, weil es keine Alternativen gibt, so Hierl. Während das Modell in Staaten wie Schweden, Norwegen und Frankreich umgesetzt wurde und dort angeblich erste Erfolge zeigt, bleibt die SPD in Deutschland skeptisch. Im Koalitionsvertrag habe es deshalb keinen Platz gefunden – eine politische Sackgasse, vorderhand.

Im Streit um Sexarbeit zieht die Union weiterhin in Richtung strikterer Regeln für Sexkunden und deren Straffälligkeit. Susanne Hierl sieht im Nordischen Modell einen praktikablen Weg, nicht zuletzt weil Prostituierte dabei Unterstützung für einen Branchen-Ausstieg bekommen sollen. Recherchen zeigen, dass vor allem skandinavische Länder von positiven Nebenwirkungen berichten: Ein Rückgang des Menschenhandels, bessere Schutzmaßnahmen für Sexarbeiterinnen und ein gesellschaftliches Umdenken. Allerdings gibt es auch Stimmen, laut denen das Modell Schattenseiten birgt – etwa ein Abtauchen der Prostitution ins Dunkelfeld und damit neue Risiken. Zuletzt wurde in den Medien heftig gestritten, auch weil das Thema selbst innerhalb der betroffenen Gruppen hochumstritten ist: Schutz und Selbstbestimmung werden gegeneinander ausgespielt. Es gibt neue Stimmen, die auf bessere Alternativen setzen – etwa klare Arbeitsrechte und mehr staatlichen Schutz statt eines pauschalen Verbots. Dennoch – das mediale Interesse und der politische Druck nehmen in jüngster Zeit merklich zu.

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