Im Streit um Sexarbeit zieht die Union weiterhin in Richtung strikterer Regeln für Sexkunden und deren Straffälligkeit. Susanne Hierl sieht im Nordischen Modell einen praktikablen Weg, nicht zuletzt weil Prostituierte dabei Unterstützung für einen Branchen-Ausstieg bekommen sollen. Recherchen zeigen, dass vor allem skandinavische Länder von positiven Nebenwirkungen berichten: Ein Rückgang des Menschenhandels, bessere Schutzmaßnahmen für Sexarbeiterinnen und ein gesellschaftliches Umdenken. Allerdings gibt es auch Stimmen, laut denen das Modell Schattenseiten birgt – etwa ein Abtauchen der Prostitution ins Dunkelfeld und damit neue Risiken. Zuletzt wurde in den Medien heftig gestritten, auch weil das Thema selbst innerhalb der betroffenen Gruppen hochumstritten ist: Schutz und Selbstbestimmung werden gegeneinander ausgespielt. Es gibt neue Stimmen, die auf bessere Alternativen setzen – etwa klare Arbeitsrechte und mehr staatlichen Schutz statt eines pauschalen Verbots. Dennoch – das mediale Interesse und der politische Druck nehmen in jüngster Zeit merklich zu.