BKA hebt alarmierende Zunahme von Gewalt bei türkeistämmigen Banden hervor

Das Bundeskriminalamt sieht eine wachsende Welle von Straftaten, an denen vor allem junge, türkeistämmige Banden maßgeblich beteiligt sind.

heute 06:46 Uhr | 3 mal gelesen

Die Funke-Mediengruppe erhielt aus BKA-Kreisen beunruhigende Einblicke. Seit etwa Mitte letzten Jahres registrieren die Behörden in Deutschland ein neues Gesicht von Organisierter Kriminalität – türkischstämmige Gruppierungen, anders gestrickt als klassische Mafia-Familien, treten nun sicht- und merkbarer auf. Besonders beunruhigend: Schusswaffengewalt ist dabei keine Seltenheit. Es geht häufig um Druckmittel gegen türkische Firmen, meist in Großstädten mit zahlreichen Migrant:innen aus der Türkei. Interessanterweise ist die sogenannte 'GenZ-Mafia', wie türkische Medien die Gruppe nennen, offenbar viel weniger streng organisiert als ihre Vorgänger – der klassische 'Pate' ist hier eher Nebensache. Soziale Medien bringen vielmehr überlose Netze zusammen, was diese Gruppen zunehmend schwerer greifbar macht. Die Verfügbarkeit illegaler Schusswaffen, häufig in der Türkei produziert und teils erschreckend echt wirkende Nachbauten, verschärft das Problem. Die Sicherheitslage wird dadurch spürbar angespannter. Besonders in Berlin hat sich die Polizei zuletzt sichtbar verstärkt – eine Spezialtruppe („Ferrum“) sowie die Ermittlungsgruppe „Telum“ der Staatsanwaltschaft versuchen, die komplexen Strukturen aufzubrechen. Ziel: Banden zu zerschlagen, deren Drahtzieher oft bereits in der Türkei sitzen und von dort aus Erpressungsversuche gegen vorwiegend türkisch- oder kurdischstämmige Geschäftsleute in Deutschland steuern.

Das Bundeskriminalamt verzeichnet in jüngster Zeit einen bemerkenswerten Anstieg von Straftaten und Gewaltakten, die auf lose organisierte, türkischstämmige Banden zurückgeführt werden. Diese neue Form der Kriminalität operiert zunehmend über Social Media und zeigt wenig Scheu vor öffentlichem Auftritt oder Eskalation. Im Fokus stehen dabei vor allem Erpressungen von Unternehmen, der Einsatz von (illegalen) Schusswaffen und eine zum Teil internationale Steuerung der Gruppen – neu ist insbesondere die niedrige Altersstruktur der Akteure und ihre flexible Kleingruppen-Organisation. Neue Recherchen zeigen zudem, dass diese Gruppierungen nicht nur klassische Strukturen wie Schutzgelderpressung kopieren, sondern auch Cyberkriminalität und Drogenhandel betreiben; der Bundesinnenminister forderte jüngst explizit ein entschiedeneres Vorgehen gegen diese Banden. In Berlin sprechen Ermittler bereits von einer 'Vernetzung zur Paralleljustiz', da die Gruppen eigene Regeln und Strafen installieren. Während das BKA warnt, nehmen politische Parteien die Entwicklung zum Anlass, schärfere Maßnahmen und gezielte Präventionsprogramme zu diskutieren.

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