Keine öffentliche Versöhnung: Ildikó von Kürthy bleibt auf Distanz zu Denis Scheck

Nach heftiger Kritik durch Denis Scheck und der daraus entstandenen Sexismus-Debatte winkt Ildikó von Kürthy bei einer öffentlichen Aussöhnung ab – sie will keine weiteren Energien in den Konflikt investieren.

heute 06:45 Uhr | 2 mal gelesen

Als Ildikó von Kürthy neulich gefragt wurde, ob sie sich öffentlich mit Denis Scheck aussprechen würde, reagierte sie fast schon erschöpft: Die Wellen, die der Streit um Schecks Kritik an ihrem Buch 'Alt genug' schlug, waren ihr schlicht zu hoch. Das ganze Drumherum habe sie kräftemäßig vollkommen ausgereizt, sagt sie zur Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). Statt sich noch weiter in das Thema zu verstricken, möchte sie lieber einen Haken setzen – verständlich, angesichts der Flut an Kommentaren, die sie und auch Scheck zu bewältigen hatten. Das eigentliche Streitgespräch entzündete sich am Frühjahr 2026 an Schecks vernichtender Buchkritik in der Sendung 'Druckfrisch', was prompt eine bundesweite Diskussion über Sexismus im Literaturbetrieb lostrat. Versöhnung? Nein danke. Für Kürthy steht fest: Sie sieht durchaus Unterschiede darin, wie mit Gewalt oder Grenzüberschreitungen bei Männern und Frauen umgegangen wird. Das sei zwar unbequem, aber realistisch – weil weibliche Gewalt nun mal seltener und weniger oft tödlich sei, so ihre Sicht. Falsch bleibe aggressives Verhalten natürlich trotzdem, egal von wem. Und dann die Sache mit der Sprache: Offenheit bei Meinungsäußerungen ist für Kürthy offenbar selbstverständlich – solange sie selbst antworten geben kann. Sie nimmt es Scheck nicht wirklich übel, dass er sie in Anlehnung an eine Selbstbeschreibung aus ihrem Buch als "menopausales Zwerghuhn" bezeichnet hat. Sie findet: Auch kräftige Kritik darf sein, solange man zurückschießen kann. Was sie stört, ist, dass daraus ein riesiges Sexismus-Feuer entstanden ist. Die Absetzung von Schecks Sendung, wie Elke Heidenreich gefordert hatte, sei für sie ausgeschlossen. Mehr Literatursendungen seien immer besser – und Kritiker dürften auch mal austeilen, solange Autorinnen sich wehren können. Rückblickend glaubt sie, dass das Drama der Algorithmen wegen so eskaliert ist – gestützt durch Clickbait und Social-Media-Dynamiken.

Im Zentrum steht ein öffentlicher Schlagabtausch nach Denis Schecks harter Kritik an Ildikó von Kürthys aktuellem Buch, aus dem eine breite Sexismus-Debatte erwuchs. Kürthy lehnt eine öffentliche Versöhnung ab, fühlt sich von der Wucht der Diskussion ausgelaugt und pocht auf das Recht auf starke Kritik – solange sie sich verteidigen kann. Neuere Berichte greifen besonders auf, dass die Fehde sinnbildlich für den aktuellen Zustand des Literaturbetriebs steht, in dem Gender-Debatten, persönliche Angriffe und der Einfluss sozialer Medien die Szenerie verschärfen. Auch andere Autoren, Kritiker und Sendungsmacher äußern sich mittlerweile zu den Folgen des Streits; dabei wird häufig die Notwendigkeit betont, Kritik und Debatte voneinander zu trennen und dennoch mehr mediale Plattformen für Literatur zu bewahren. Die Debatte sorgt weiterhin für Diskussionsstoff – nicht zuletzt, weil sie Fragen zu Geschlechterrollen, Medienethik und Streitkultur im Kulturbetrieb aufwirft.

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