BMW warnt: EU darf bei Handelsabkommen nicht auf der Strecke bleiben

BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter hält die EU im transatlantischen Zollstreit für mitverantwortlich. Er fordert, dass Brüssel endlich seine Zusagen einlöst, statt auf Konfrontation zu setzen.

heute 09:29 Uhr | 2 mal gelesen

Nicolas Peter, der Chef des BMW-Aufsichtsrats, findet deutliche Worte für die anhaltenden Handelsstreitigkeiten zwischen Europa und den USA. Entgegen vieler Schlagzeilen sieht er sogar zahlreiche gemeinsame Interessen, die jedoch in der aktuellen Diskussion zu kurz kommen. Das wiederkehrende Problem: getroffene Abmachungen verharren irgendwo zwischen Brüssel und Washington im Wartesaal. Trumps jüngste Drohung, für EU-Autos 25 Prozent Einfuhrzoll zu verlangen – bislang waren es 15 – lässt die politische und wirtschaftliche Unsicherheit wachsen. Er wirft der EU vor, ihren Teil des Abkommens nicht einzuhalten. Peter hält den schnellen Abschluss für dringend nötig, um weiteren Schaden abzuwenden. Die Folgen höherer Zölle könnten, so ein Gedanke, sogar einen Dominoeffekt auslösen: nicht nur für BMW, sondern für die gesamte europäische Autoindustrie. Beim Thema Elektromobilität bleibt Peter abwartend. Höhere Benzinpreise, sagt er, schieben E-Fahrzeuge keinesfalls wie von Zauberhand in die Breite. Zwar glaubt er, dass bis 2035 ca. die Hälfte der Kunden auf vollelektrische Autos umsteigen wird – ein flächendeckender Umstieg scheint ihm indes unrealistisch. Die absehbaren gesetzlichen Vorgaben lassen wenig Spielraum: ab 2035 dürfen Neuwagen mit Verbrennungsmotor in der EU eigentlich nicht mehr zugelassen werden. Peter wiederholt das Bekenntnis zu Klimaneutralität, warnt aber vor einer vorschnellen Umsetzung – Europa könnte sich damit selbst schaden. Besonders bei Plug-in-Hybriden fordert er entschiedeneres Handeln: Viele Fahrer nutzen gar nicht den Elektromodus – eine verpasste Chance aus seiner Sicht. Der Vorschlag: dokumentieren und gegebenenfalls per Technik nachhelfen, etwa indem die Leistung verringert wird, falls die Batterie nie geladen wird. Im Grunde ein Aufruf zu mehr Ehrlichkeit – und Kontrolle.

BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter lenkt im aktuellen Handelsstreit zwischen USA und EU den Fokus auch auf Brüssel und fordert, dass die Europäische Union ihren Teil der Abmachungen einlöst – sonst drohen höhere Zölle auf europäische Autos. Im Blick auf die Elektromobilität dämpft Peter allzu große Erwartungen und betont, dass bis 2035 vermutlich nur etwa die Hälfte der Autofahrer vollständig elektrisch unterwegs sein werde; die vollständige Elektrifizierung hält er für utopisch. Gleichzeitig fordert er konsequentere Maßnahmen bei Plug-in-Hybriden, indem Hersteller das Fahrverhalten kontrollieren und bei Missbrauch die Motorleistung drosseln könnten. Aktuelle Zeitungs- und Onlinenachrichten geben einen noch breiteren Einblick: Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die EU-Kommission angesichts der Zuspitzung des „Autozoll-Streits“ mit den USA erneut betont, eine Verhandlungslösung zu suchen und sich entschlossen zeigt, auf US-Sonderzölle notfalls mit Gegenzöllen zu reagieren. Außerdem wurde am Donnerstag auf Spiegel Online diskutiert, wie deutsche Autobauer unter den rapide steigenden Material- und Energiepreisen leiden und verstärkt auf politische Unterstützung anstatt auf kurzfristige Marktreaktionen setzen. Laut FAZ warnen Branchenverbände, dass eine überhastete und einseitig auf Elektromobilität fixierte Politik insbesondere kleinere Autohersteller an den Rand des Existenzminimums treiben könnte; eine umfassende Lösung müsse auch alternative Antriebe und einen verbesserten Ausbau der Ladeinfrastruktur berücksichtigen.

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