Bürger geben grünes Licht für Olympiabewerbungen in NRW und Kiel

Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die Menschen in Nordrhein-Westfalen und Kiel bei Bürgerentscheiden für eine Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele durch das 'Köln-Rhein-Ruhr'-Projekt aus.

heute 06:24 Uhr | 3 mal gelesen

Laut Landeschef Hendrik Wüst (CDU) befürworteten ungefähr zwei Drittel der Abstimmenden eine Olympia-Bewerbung. Rund 1,4 Millionen Menschen nahmen an den Abstimmungen teil – eine beachtliche Beteiligung, wie ich finde. Besonders bemerkenswert war die hohe Zustimmung etwa in Aachen (gut 76%), Mönchengladbach (über 74%) und Gelsenkirchen (fast 74%). Auch in Ballungszentren wie Köln, Düsseldorf und Essen fiel die Wahl pro Olympia aus, was angesichts der kritischen Stimmen der letzten Jahre keineswegs selbstverständlich ist. In Kiel hingegen, wo die Segelregatten vorgesehen sind, stimmten 63,5 Prozent am Sonntag mit 'Ja', 36,5 Prozent sagten 'Nein'. Damit zeigt sich, dass der Funke offenbar auf viele überspringt – zumindest, was den olympischen Traum betrifft. Das Konzept 'Köln-Rhein-Ruhr' ist eine von vier deutschen Initiativen für das Großevent. München hat sich bereits per Bürgerentscheid aufgestellt; Hamburg folgt mit einer Abstimmung am 31. Mai. Berlin bleibt außen vor – dort wird nicht abgestimmt. Wer letztlich ins Rennen geschickt wird, entscheidet der DOSB am 26. September.

In Nordrhein-Westfalen und in Kiel haben die Menschen bei Bürgerentscheiden klar signalisiert: Sie wünschen sich Olympische Spiele in der Region. Die breite Zustimmung – teils über 75 Prozent in einzelnen Städten – repräsentiert einen deutlichen Willen der Bevölkerung, trotz vergangener Debatten um Kosten, Nachhaltigkeit und Nachnutzung. Die Debatte dreht sich jetzt vor allem um die Umsetzbarkeit solcher Großveranstaltungen, deren wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachwirkungen kritisch beäugt werden. Interessant ist, dass laut aktuellen Berichten viele Städte stärker auf Nachhaltigkeit und soziale Einbettung im Bewerbungsprozess setzen, etwa mit temporären Bauten oder einer Einbindung lokaler Akteure. Außerdem ist in der Presse zu vernehmen, dass die Bürgerentscheide für Olympia zuletzt als Zeichen einer neuen Offenheit und Dialogbereitschaft zwischen Politik, Sport und Gesellschaft gedeutet werden – auch wenn die Skepsis gegenüber gigantomanischen Investitionen keineswegs völlig verschwunden ist.

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