Greenpeace: Sprit-Riesen machen im Mai Rekordgewinne

Greenpeace wirft deutschen Mineralölkonzernen vor, im Mai mit Benzin massive Extragewinne eingestrichen zu haben – auf einem Allzeithoch.

heute 00:02 Uhr | 1 mal gelesen

6,4 Millionen Euro am Tag. So viel mehr, als eigentlich zu erwarten, landete laut Greenpeace täglich in den Kassen der großen Mineralölkonzerne – und das allein beim Benzinverkauf im Mai. Zum Vergleich: Im April waren es noch 4,9 Millionen, im März 4 Millionen Euro. Beim Diesel sieht es ähnlich „gewinngierig“ aus, obwohl die Extragewinne im Vergleich zum Vormonat etwas zurückgegangen sind, bleiben sie mit über 16 Millionen Euro pro Tag erstaunlich hoch. Die Ölanalyse, beauftragt von Greenpeace bei Steffen Bukold, vergleicht die aktuelle Preislage mit der Situation vor dem Irankrieg – kein zufälliger Vergleich, schließlich reagiert der Markt bekanntlich sensibel auf geopolitische Spannungen. Fast 2,4 Milliarden Euro an Mehrerlösen sammelten sich so für die Mineralölriesen zwischen März und Mai. Haupttreiber: Diesel, obwohl durch die Steuersenkung ab Mai – der berühmte Tankrabatt – eigentlich auf beiden Seiten der Zapfsäule Entspannung hätte eintreten sollen. Überraschend: Sogar während der Waffenruhe Anfang April schossen die Übergewinne kurzzeitig noch weiter in die Höhe, und parallel zum neuen Nahostkonflikt explodierten die Preise fast wie zu Kriegsbeginn 2022 in der Ukraine. Die Analyse zeigt paradox, wie die Tankstellenpreise scheinbar unbeeindruckt von politischen Entlastungsmaßnahmen oft in die Höhe schnellen – ein Muster, das immer wieder für Kopfschütteln sorgt.

Greenpeace kritisiert, dass die Mineralölkonzerne in Deutschland trotz Tankrabatt im Mai 2026 Rekordübergewinne beim Verkauf von Benzin und Diesel erzielt hätten. Stimmen aus Politik und Umweltorganisationen fordern inzwischen wirkungsvollere Maßnahmen gegen die Preisbildung an den Zapfsäulen und eine Übergewinnsteuer, um diese Gewinne zugunsten der Gesellschaft abzuschöpfen. Laut Recherchen weiterer Medien gab es Hinweise, dass Marktmacht und fehlender Wettbewerb Preissenkungen erschweren; einige Stimmen halten die Messung solcher „Übergewinne“ allerdings für schwierig, da auch andere Faktoren wie internationale Rohölpreise und logistische Engpässe eine Rolle spielen.

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