Pflegeversicherung: Wohlhabende Beschäftigte bald stärker zur Kasse gebeten

Für Menschen mit hohem Einkommen könnte Pflege bald teurer werden – jedenfalls, wenn der jüngste Gesetzesentwurf umgesetzt wird.

heute 21:21 Uhr | 1 mal gelesen

Schon wieder eine Reform, die das Portemonnaie ziemlich einseitig trifft? Wer viel verdient, soll nach den neuen Plänen für die Pflegeversicherung mehr bezahlen – und zwar nicht nur ein bisschen. Laut einer aktuellen Meldung des „Handelsblatts“ will die Bundesregierung die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze zum 1. Januar 2027 kräftig anheben. Das ist quasi die Obergrenze, bis zu der Gehälter für die Berechnung der Pflegeversicherungsbeiträge zählen. Bisher lag diese Grenze für die Pflegeversicherung niedriger als die in der gesetzlichen Krankenversicherung – künftig soll sie einfach gleichgezogen werden. Klingt erstmal nach Zahlenspielerei, bedeutet aber: Aus 69.750 Euro im Jahr werden im schlimmsten Fall fast 84.000 Euro, die beitragspflichtig wären. Das IGES-Institut rechnet vor, dass es für jemanden mit einem Kind bis zu 21 Euro im Monat mehr werden dürften. Klingt wenig? Zusammen mit dem Arbeitgeber flattern schnell 500 Euro Mehraufwand pro Jahr heraus. Laut Schätzungen trifft es rund sechs Millionen Beschäftigte deutschlandweit. Mal ehrlich: Auch, wenn Pflege Geld kostet – ist das die richtige Richtung? Ganz sicher scheint die Sache politisch noch nicht. Vor allem für Gutverdienende bleibt ein gewisses Schlucken nicht aus.

Mit der bevorstehenden Reform der Pflegeversicherung plant die Ampel-Koalition, die Beitragsbemessungsgrenze deutlich heraufzusetzen. Höhere Einkommen werden dadurch stärker zur Finanzierung herangezogen, was etwa sechs Millionen Menschen betreffen könnte – allein durch die Koppelung an die Krankenversicherung steigt diese Grenze um mehrere Tausend Euro. Damit verfolgt die Regierung das Ziel, die Pflegeversicherung auf finanziell stabilere Beine zu stellen und drohende Defizite abzufedern. Kritiker bemängeln, dass eine nachhaltige Finanzierungsreform fehlt und der wachsende Pflegebedarf durch die Alterung der Gesellschaft langfristig noch größere Anpassungen erzwingen könnte. In den letzten Tagen wurde zudem aus Experten– und Verbändenkreisen gewarnt, dass die Maßnahmen alleine nicht ausreichen – insbesondere die Belastung für jüngere Generationen sei ein Thema. Noch ist der Gesetzentwurf nicht beschlossen und stößt auf politischen Widerstand; es dürfte in den kommenden Monaten kontrovers entlang der bekannten Konfliktlinien diskutiert werden.

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