Dehoga – Schimke warnt vor Spaltung durch Gewerkschaften

Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin beim Dehoga, macht Druck: Sie verlangt zügige Reformen beim Arbeitszeitgesetz und äußert Bedenken angesichts der Pläne der Gewerkschaften. Besonders einem drohenden 'Klassenkampf' blickt sie mit Sorge entgegen.

10.06.26 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Reformen – darauf wartet das Gastgewerbe. Für Jana Schimke, die Stimme des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, gerät die aktuelle Situation immer mehr zum Stresstest: 'Es reicht jetzt. Wir brauchen Taten statt Versprechungen', so bringt sie es deutlich gegenüber dem RND auf den Punkt. Ihre vorrangige Erwartung: Die Politik müsse beim Thema Arbeitszeiten endlich liefern. Insbesondere fordert sie von den Spitzen der Koalition beim anstehenden Treffen ein eindeutiges Signal – gesetzlich fixierte Wochenarbeitszeiten, möglichst noch vor dem Sommer. Nebenbei stellt Schimke klar: Die jüngsten Vorschläge von DGB-Chefin Yasmin Fahimi – etwa eine obligatorische betriebliche Altersvorsorge – gehen für sie in die falsche Richtung. Mehr Bürokratie, höhere betriebliche Belastungen und damit unterm Strich eher weniger Schwung für Arbeitsmarkt und Unternehmen. Anstatt neue Kosten zu verursachen, sollten praktikable Lösungen her. Und dann schwingt auch eine Grundsatzkritik mit: Gewerkschaften wie der DGB würden allzu gern auf Konfrontation setzen. Doch für Schimke zählt: Sicherung der Arbeitsplätze kommt vor ideologische Grabenkämpfe. "Pragmatisch handeln, nicht die Axt an das Miteinander legen", fasst sie ihren Standpunkt zusammen. Jedenfalls wirkt das, als blitze zwischen den Zeilen eine alte Kontroverse auf. Gewerkschaft versus Unternehmer – in Zeiten voller Unsicherheiten reicht ein Funke, und schon knistert die Debatte.

Im Kern fordert Dehoga-Geschäftsführerin Schimke von der Bundesregierung entschlossene und pragmatische Reformen des Arbeitszeitgesetzes. Sie sieht in einigen gewerkschaftlichen Initiativen wie der Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge eine Gefahr für Unternehmer:innen, da sie mehr Kosten und Bürokratie befürchtet, was in ihren Augen eher Wachstum und Arbeitsplätze gefährdet. Gleichzeitig mahnt sie zur Sachlichkeit in der Sozialpartnerschaft, denn ein ideologisch aufgeladener "Klassenkampf" bringe nur Unruhe. Ergänzend zu diesen Statements lässt sich aktuell beobachten, dass die Debatte um das Arbeitszeitgesetz breiter geführt wird. Laut FAZ und Tagesschau diskutieren Bundesarbeitsministerium und Wirtschaftsverbände über flexiblere Modelle, auch weil der Fachkräftemangel immer spürbarer wird. Studien und Branchenberichte deuten zudem darauf hin, dass zu hohe Belastungen durch Bürokratie gerade bei kleineren und mittleren Betrieben Sorgen auslösen. Gleichzeitig fordern Gewerkschaften umfassendere Schutzregelungen für Beschäftigte und setzen bei der Altersvorsorge auf eine Mischung aus Pflicht und Freiwilligkeit, wie etwa in skandinavischen Modellen. Die politische Debatte bleibt dadurch zugespitzt: Pragmatismus gegen Absicherung – ein Widerspruch, der gerade die gastgewerblichen Betriebe unmittelbar betrifft.

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