Deutsche Regierung investiert Millionen in australisches Rohstoffprojekt

Über den deutschen Rohstofffonds fließen bis zu 50 Millionen Euro in das australische Nolans-Projekt – eine strategische Initiative zur Absicherung der Versorgung mit Seltenen Erden.

heute 14:32 Uhr | 4 mal gelesen

Am Mittwoch informierte das Bundeswirtschaftsministerium über eine neue Beteiligung: Deutschland engagiert sich via Rohstofffonds finanziell am Nolans-Projekt in Australien, um die Abhängigkeit von wenigen Lieferanten für Seltene Erden zu verringern. Im speziellen Fokus stehen die Rohstoffe Neodym und Praseodym – beides Elemente, die zentrale Bestandteile der Magnete sind, die wiederum beispielsweise in Windkraftanlagen und Elektroautos unverzichtbar geworden sind. Neben dem Abbau sieht das Nolans-Projekt auch die Weiterverarbeitung der Materialien vor. Das Ministerium betont, dass die Diversifizierung der Lieferketten ein Grundpfeiler für mehr Krisenfestigkeit sei, gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen. Konkrete Mengenangaben zu geplanten Importen wollte eine Sprecherin am Mittwoch nicht machen. Ziel sei nicht zuletzt auch, sich Schritt für Schritt unabhängiger von China zu machen – wenn auch ohne festgelegten Anteil. Ob das tatsächlich gelingt? Eine klare Antwort wollte niemand geben – aber der politische Wille scheint da zu sein, über den Rohstofffonds mehrere solcher Projekte international zu begleiten und dabei die eigenen Optionen zu verbreitern. "Es ist wichtig, jetzt zu handeln", heißt es aus Ministeriumskreisen. Wirklich überraschend ist dieser Ansatz nicht, notwendiger denn je jedoch schon.

Kurz: Deutschland investiert über den Rohstofffonds bis zu 50 Millionen Euro in das australische Nolans-Projekt, mit dem Ziel, die Versorgung Deutschlands und Europas mit kritischen Seltenen Erden, insbesondere Neodym und Praseodym, zu sichern. Diese Chemikalien sind essenziell für die Herstellung von leistungsfähigen Magneten, die wiederum in Elektromotoren und der Windkraft benötigt werden. Hintergrund ist die hohe Abhängigkeit von China, das aktuell den Großteil der globalen Seltenen Erden liefert – ein geopolitisches Risiko, das die Bundesregierung mit dem Investment gezielt mindern möchte. Laut einer Analyse von DW.com sind ähnliche Initiativen in Europa im Trend, um die Eigenständigkeit bei kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt und Seltener Erden zu stärken. Das Nolans-Projekt wird von der australischen Firma Arafura Rare Earths geleitet, die betont, dass ab 2025 die ersten Lieferungen möglich sind. Australien gilt nach China als eines der Länder mit den größten Vorkommen und verfügt über etablierte Bergbauinfrastruktur. Einige Experten warnen jedoch, dass der Aufbau neuer Lieferketten Zeit und hohe Investitionen erfordert – insbesondere die Weiterverarbeitung ist häufig technisch komplex.

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