Fatih Akin: Mutige Rettung im Nirgendwo – Zwei Leben und ein Hund

Der preisgekrönte Regisseur Fatih Akin hat in North Dakota zwei Senioren aus einem überfluteten Auto geborgen – ganz abseits seiner Arbeit am Filmset und fern der Öffentlichkeit.

13.10.25 18:00 Uhr | 209 mal gelesen

Manchmal werfen einen die unerwartetsten Situationen ins echte Leben, ohne Skript und ohne zweite Chance. Fatih Akin, bekannt für seine Filme, erzählt in einem Interview mit der 'Neuen Osnabrücker Zeitung', wie er mitten in North Dakota auf Motivsuche plötzlich zum Helden wurde. Die Landschaft? Endlos, platt, keine Bäume, nur weite Flächen – im März noch von Schnee bedeckt und nach heftigem Regen komplett überflutet. Plötzlich entdeckten Akin und sein Team einen umgekippten Wagen, halb im Wasser versunken. Nur die Beifahrerseite ragte noch heraus, die Reifen bewegten sich verzweifelt im kalten Nass. Ohne groß zu überlegen, krempelten sie die Ärmel und Hosenbeine hoch und tappten barfuß durchs eiskalte Wasser. Im Auto: Ein älteres Ehepaar, beide völlig unterkühlt, der Mann bereits halb im Wasser. Sie zogen die beiden aus dem Wagen, während Hilfe weit und breit nicht in Sicht war. Erst nachdem die Assistentin einen Hügel erklommen hatte, konnte sie die Feuerwehr erreichen. Später kam sogar der Hund der beiden an die Reihe – für Akin eine besondere Mutprobe, denn er hatte panische Angst vor Hunden, seitdem er einmal gebissen wurde. Ironischerweise war es nur ein winziger Hund, der ihm im entscheidenden Moment das Herz in die Hose rutschen ließ. Die Feuerwehr bestätigte später: Ohne die beherzte Aktion des Filmteams wäre das Ehepaar vermutlich gestorben. Über eine Weile gab es noch Kontakt zu den geretteten Senioren, die regelmäßig Weihnachtskarten schickten. Mit der Zeit wurde es leiser. Beeindruckend, wie solche Zufallsbegegnungen Spuren hinterlassen – und wie ausgerechnet ein Filmemacher in der echten Welt zum echten Lebensretter wird.

Fatih Akin, vielfach ausgezeichneter Filmemacher, offenbarte in der NOZ ein Erlebnis, das ihm persönlich viel abverlangte – weniger wegen der Kälte, sondern wegen seiner Angst vor Hunden. Während einer Recherchereise durch North Dakota rettete Akin auf einer völlig überfluteten Straße ein altes Ehepaar und deren kleinen Hund aus einem versunkenen Wagen. Die Familie erwies sich als sehr religiös und blieb noch einige Zeit mit ihm in Verbindung. Das Ereignis zeigt, dass Lebensretter nicht immer Heldenuniformen tragen, sondern sich manchmal spontan – und unter eigenen Ängsten leidend – für andere entscheiden. Recherche-Update: Der dramatische Zwischenfall reiht sich ein in eine Welle von sich extrem häufenden Wetterkatastrophen, die weltweit und auch in Deutschland stark diskutiert werden. Nach aktuellen Medienberichten nehmen Extremwetterlagen zu, was Klimaforscher mit der fortschreitenden Erderwärmung und veränderten globalen Strömungen erklären – erst jüngst warnte der Deutsche Wetterdienst vor Überschwemmungen und Starkregen in verschiedenen Regionen. Gleichzeitig thematisieren mehrere Nachrichtenportale die Bedeutung von Zivilcourage im Alltag und berichten etwa über Bürger, die bei Überschwemmungen in Deutschland spontan Nachbarn, Tiere oder völlig Fremde retteten. Besonders betont wird dabei immer wieder der Mut von Menschen, über eigene Sorgen und Ängste hinauszuwachsen, um anderen das Leben zu retten.

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