Die Entscheidung fiel am Montagabend in Frankfurt – Dorothee Elmiger wurde für ihr Buch "Die Holländerinnen" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Laut Begründung der Jury hat Elmiger mit ihrem Roman ein literarisches Ausrufezeichen gesetzt. Die Geschichte – eine Theatergruppe im dichten südamerikanischen Dschungel, auf den Fährten zweier vor Jahren verschollener Holländerinnen – vereint Erzählkunst, Psychologisches und einen Hauch Unheimlichkeit. Im zunehmend undurchsichtigen Urwald erzählen sich die Protagonistinnen Geschichten, die alles andere als beruhigend sind. Je weiter die Gruppe ins unwegsame Gelände vordringt, desto mehr zieht auch Elmiger ihre Leser in den Bann einer schwer greifbaren Bedrohung. Neben Ruhm bringt die Auszeichnung ein Preisgeld von 25.000 Euro mit sich. Der Preis ist dem besten deutschsprachigen Roman des Jahres gewidmet und wird traditionell vor Beginn der Frankfurter Buchmesse verliehen. Ziel ist es, nicht nur die Literatur und das Lesen zu fördern, sondern auch grenzüberschreitende Aufmerksamkeit auf das Medium Buch und seine Autorinnen und Autoren zu lenken.
Dorothee Elmiger erhält für ihren Roman "Die Holländerinnen" den Deutschen Buchpreis 2024. Die Jury lobte insbesondere die atmosphärische Dichte und Elmigers Fähigkeit, psychologische Spannung mit gesellschaftlicher Relevanz zu verknüpfen. Ihr Werk, das sich formal zwischen Roman und Theaterstück bewegt, greift laut Kritik auch aktuelle Themen wie Identität, Vergänglichkeit und das Verlorensein in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt auf. Elmiger, geboren 1985 in der Schweiz, zählt zu den markanten Stimmen der jüngeren deutschsprachigen Literatur. Die Leser werden in ihrem Text nicht mit vorgegebenen Wahrheiten konfrontiert, sondern stets zum eigenen Suchen und Deuten eingeladen. Die Anerkennung durch den Deutschen Buchpreis ist ein bedeutender Impuls für Elmigers weiteres literarisches Schaffen und setzt neue Maßstäbe für innovative Romanformen und experimentelles Erzählen im deutschsprachigen Raum.