Kurz vor Handelsschluss zeigte sich dasselbe Bild auch beim S&P 500 und dem Nasdaq 100: Während der S&P 500 auf etwa 6.655 Punkte anstieg (+1,6 %), kletterte der technologiegetriebene Nasdaq 100 um satte 2,2 % auf circa 24.750 Punkte. Noch vor wenigen Tagen hatte die Wall Street die erneute Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China schwer belastet, insbesondere nachdem ein massiver 100-Prozent-Zoll auf sämtliche chinesischen Importe angekündigt worden war. "Fast panisch wurde daraufhin Kapital aus allen Anlageklassen abgezogen – ein Phänomen, das man schon öfter beobachtet hat, bei Gold ausgenommen," schildert Christine Romar von CMC Markets. Besonders heftig traf es wieder einmal Kryptowährungen – dort wurden nicht nur Buchverluste, sondern auch Existenzen ausgelöscht. Doch das Stimmungsbild hellte sich rasch wieder auf: Mit einer versöhnlicheren Rhetorik des US-Präsidenten gegenüber China drehte der Markt schlagartig ins Positive – Anleger setzten wieder auf das altbekannte Erholungsmuster: Krise, Schock, Rally. Allerdings – diesmal scheint die Gemengelage komplizierter. Denn China setzt als nahezu Monopolist bei Seltenen Erden auf ein probate Druckmittel in den nun schleppenden Verhandlungen. Romar merkt an, dass die Eurozone in der Vergangenheit derartige Trümpfe nicht vorzuweisen hatte und sich den amerikanischen Handelszöllen beugen musste. Sollte der rare Rohstoff-Faktor weiter in den Konflikt hineinspielen, drohen erneut weltweite Kurseinbrüche. Beim Euro ging es derweil abwärts: Gegen Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei nur noch 1,1566 Dollar. Gold als Fluchtwert legte hingegen ordentlich zu (4.108 Dollar/Feinunze +2,2 %), während auch Öl (Brent) gut nachgefragt war (+1,2 %, 63,49 Dollar/Fass).
Am Columbus Day erlebten die US-Börsen einen deutlichen Aufschwung, getragen von einer kurzfristigen Stimmungsaufhellung nach positiven Tönen aus Washington im andauernden Handelsstreit mit China. Gleichwohl bleiben die Risiken hoch, insbesondere durch Chinas Rolle als Quasi-Monopolist bei den Seltenen Erden, was politischen wie wirtschaftlichen Druck erzeugt und die Kursrally empfindlich ins Wanken bringen könnte. Während der Euro und die Kryptowährungen nachgaben, konnten Gold und Öl von der angespannten Lage profitieren. – Ergänzend zeigen aktuelle Analysen namhafter Wirtschaftsmedien, dass das Vertrauen der Anleger weiterhin fragil bleibt; wirtschaftspolitische Schlagabtäusche werden verstärkt als Kurstreiber (oder -killer) gesehen, und die Suche nach sicheren Häfen wie Gold bleibt deshalb vordergründig (vgl. sueddeutsche.de). Laut aktuellen Berichten zum Wochenstart auf Zeit Online und FAZ steht besonders die Unsicherheit um die US-Geldpolitik und die künftige chinesische Exportstrategie im Fokus (zeit.de, faz.net). Sogar Stimmen spekulieren, dass größere Marktbewegungen inzwischen zunehmend durch algorithmische Schnellreaktionen, also automatisierte Computertrades, ausgelöst werden und klassische menschliche Akteure stärker ins Hintertreffen geraten (krautreporter.de).