Warken setzt sich für stärkere WHO und globale Gesundheitspartnerschaft ein

Vor dem World Health Summit in Berlin betont Gesundheitsministerin Nina Warken die immense Bedeutung internationalen Zusammenhalts zur Bekämpfung globaler Gesundheitsbedrohungen – und plädiert klar für eine Reform und Stärkung der WHO.

13.10.25 06:48 Uhr | 207 mal gelesen

Es klingt beinahe wie ein Weckruf, wenn Nina Warken (CDU) vor dem Berliner World Health Summit an die Bedeutung von Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich erinnert. Die Herausforderungen rund um Infektionskrankheiten, die Auswirkungen des Klimawandels und nicht zuletzt das unsichtbare, aber stetig wachsende Problem der Antibiotikaresistenzen lassen sich, so Warken, eindeutig nicht im Alleingang meistern. Sie spricht von deutschen Stolz, ein verlässlicher Partner des World Health Summits und der WHO zu sein, verweist aber zugleich auf die teils krisenhafte internationale Gemengelage. Das mulmige Gefühl angesichts der jüngeren Vergangenheit – die Pandemie, aber auch die politischen Schockwellen nach der WHO-Abkehr der USA unter Trump – hängt wie ein Schatten zwischen den Zeilen. Warken meint, ein Rückzug ins nationale Schneckenhaus sei nicht die Antwort. Stattdessen müsse die WHO nicht nur gestärkt, sondern wohl auch kritisch geprüft und an eine veränderte Weltlage angepasst werden. Sie räumt ein, dass bestehende Strukturen, so hilfreich sie bislang waren, auch überdacht werden sollten – ein leises Plädoyer gegen starre Dogmen in der Gesundheitspolitik. Die diesjährige Ausgabe des jährlichen World Health Summit, der seit 2009 in Berlin stattfindet, stellt genau diesen Punkt ins Zentrum: Wie kann Europas Engagement, vielleicht ja auch Deutschlands, die entstandenen Lücken in der globalen Gesundheitsarchitektur – nach dem US-Rückzug – zumindest teilweise füllen? Und wie können Dialog, Erfahrungsaustausch und vielleicht auch gelegentlicher Streit dazu beitragen, dass Gesundheitsschutz kein Schlagwort bleibt?

Nina Warken macht deutlich, dass die Herausforderungen an die globale Gesundheit durch Klimawandel, neue und wiederkehrende Infektionskrankheiten sowie zunehmende Antibiotikaresistenzen weiterhin wachsen. Die Erfahrungen während der Corona-Krise haben gezeigt, dass nationale Alleingänge wenig bringen; gemeinsames Handeln und abgestimmte Strategien seien Trumpf. Nicht nur die WHO, sondern auch neue Netzwerke und flexible Strukturen müssen ausgebaut werden, um auf Bedrohungen wie aktuelle Pandemien, aber auch langfristige Trends reagieren zu können. Die Diskussion um die Sanierungsbedürftigkeit der WHO ist aktuell besonders präsent: Das Gremium steht unter massivem Druck – einerseits durch Finanzierungsprobleme seit dem US-Auszug (mittlerweile sind die USA wieder beigetreten), andererseits wegen Forderungen nach mehr Transparenz, Flexibilität und Reaktionsfähigkeit im Krisenfall. Der aktuelle World Health Summit bringt Akteure aus unterschiedlichsten Ländern und Disziplinen zusammen, um innovative Ansätze für eine resilientere globale Gesundheitsversorgung zu debattieren. Zusätzlich fordern zahlreiche NGOs und Akteure aus der Wissenschaft eine grundlegend erneuerte Finanzierung – insbesondere in Hinsicht auf Gleichberechtigung im globalen Süden und die Rolle privater Stiftungen. Immer deutlicher wird, dass die Gesundheitspolitik längst zur politischen Großwetterlage geworden ist: Pandemien, politische Alleingänge und die globalen Lieferkettenherausforderungen sind eng verflochten.

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