Sorge um deutsche Fußball-Fans bei geplanter WM-Reise in die USA

Angesichts gestiegener Gewaltvorfälle im US-Bundesstaat Minnesota und verschärfter Einreisebedingungen werden von Bundestagsabgeordneten Schutzmaßnahmen für Fans zur Fußball-WM eingefordert. Grünen-Politiker Boris Mijatovic hält sogar einen diplomatischen Boykott durch die Bundesregierung für möglich, falls sich nichts ändert. Die Linken äußern grundsätzliche Bedenken – und fordern bessere Sicherheiten für Fans.

heute 07:05 Uhr | 2 mal gelesen

Die Situation ist angespannt: Während der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA könnten sich potenzielle Risiken für deutsche Fans durch das aktuelle Klima verschärfen. Boris Mijatovic, Bundestagsabgeordneter der Grünen, fordert deshalb, dass die Bundesregierung endlich umfassende und wirksame Strategien präsentiert, um Reisende und Funktionäre zu schützen – von klaren Empfehlungen über aktive konsularische Betreuung bis hin zu transparenter Kommunikation und klaren Absprachen mit amerikanischen Behörden. Sören Pellmann von den Linken klingt fast schon resigniert: Er zweifelt, ob man momentan guten Gewissens überhaupt noch von einer sicheren Reise sprechen kann. Dass sogar US-Staatsangehörige Opfer willkürlicher Abschiebungen werden, unterstreicht für ihn die Unsicherheit: Einen hundertprozentigen Schutz bietet inzwischen selbst der Pass nicht mehr, stellt Pellmann nüchtern fest. Der Grünen-Abgeordnete Mijatovic bringt in der Debatte einen – zumindest nicht ganz alltäglichen – Vorschlag auf den Tisch: Falls sich die Lage nicht bessert, könnte ein Verzicht deutscher Regierungsoffizieller auf die WM-Spiele ein Ausrufezeichen setzen – politischer Boykott als Symbol. In der Unionsfraktion dagegen hält man wenig von solchen Gesten: Ihr sportpolitischer Sprecher, Stephan Mayer, gibt zu bedenken, dass ein sportlicher Boykott am Ende die Fußballer und Fans treffe, nicht aber die US-Politik selbst. Es gäbe andere Wege der Kritik – das Fernbleiben der Politik von einem internationalen Sportevent müsse nicht dazugehören.

Es gibt wachsende Sorge um die Sicherheit deutscher Fußball-Fans, die im Sommer zur WM in die USA reisen möchten. Grünen-Politiker fordern Schutzmaßnahmen und machen sogar einen diplomatischen Boykott zum Thema, falls es keine Fortschritte gibt. Die Linke warnt explizit: Unsicherheit und die harte Hand der US-Behörden könnten Fans in Gefahr bringen – ein Vertrauen auf staatliche Garantien bestehe kaum. Die Unionsfraktion lehnt Boykott-Forderungen ab und verweist darauf, dass andere politische Mittel zur Verfügung stünden. Ergänzend berichten internationale Medien, dass bei Großveranstaltungen wie der WM nicht nur Sicherheitsappelle, sondern auch konkrete Reisehinweise und konsularische Soforthilfe-Punkte für Besucher intensiv diskutiert werden. In den USA bleibt der Umgang mit internationalen Gästen seit Trumps Präsidentschaftslauf immer noch ein heikles Thema, gerade unter dem Eindruck politischer Polarisierung sowie verschärfter Einwanderungsregelungen. Die Diskussion in Deutschland macht deutlich, dass Sport und Politik hier aufs Engste miteinander verwoben sind – und die Bundesregierung aufgerufen ist, zwischen Sicherheitsbedenken und sportlicher Freiheit abzuwägen.

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