Fast schon überraschend geschlossen zeigte sich die CDU in Brandenburg: Von den insgesamt rund 5.000 Parteimitgliedern haben sich 1.618 an der Abstimmung beteiligt – und davon sprachen sich satte 83 Prozent für die Koalition mit der SPD aus. Das kann man wohl getrost als Klarheit bezeichnen, auch wenn die Beteiligung etwas unter dem zu Erwartenden lag. Landeschef Jan Redmann, der durchaus um die Verschiedenheit der Meinungen in seiner Partei weiß, zeigte sich zufrieden: Jetzt gehe es endlich an die Regierungsarbeit. Interessant ist, dass Redmann nicht einfach damit durchkam, sondern ganz transparent auch seine Personalvorschläge präsentierte. Allen voran: Steeven Bretz soll die Fraktion führen, während Gordon Hoffmann als neuer Bildungsminister ins Spiel gebracht wird – ein Posten, auf dem man sich vermutlich einiges an Arbeit vorgenommen hat. Martina Klement, die von der CSU kommt – und das ist durchaus ungewöhnlich – soll Wirtschaft und Energie verantworten. Redmann übernimmt selbst Verantwortung als Innenminister sowie Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Im Hintergrund stehen Namen wie Isabelle Haß und Markus Niggemann als künftige Staatssekretäre schon bereit. Generalsekretär? Künftig – zumindest vorübergehend – Julian Brüning. Ehrlich gesagt: Die CDU spielt hier alle Karten offen aus. Ob die Partnerschaft mit der SPD in den kommenden Jahren reibungslos läuft, bleibt aber spannend.
Die brandenburgische CDU hat ihrem Koalitionsvertrag mit der SPD mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Die personellen Vorschläge von Landesvorsitzendem Jan Redmann wurden ohne größeren Widerstand akzeptiert, damit dürfte dem Regierungsstart nichts mehr im Wege stehen. Zuletzt hatte die Koalitionsbildung Brandenburgs wegen Meinungsverschiedenheiten in Sachfragen (z.B. Energie und innere Sicherheit) auf sich warten lassen, weshalb die nun erzielte Einigung von vielen als Signal für Stabilität gewertet wird, zumal Brandenburg als ostdeutsches Bundesland immer wieder mit neuen politischen Herausforderungen konfrontiert ist. Interessanterweise weisen mehrere Medien darauf hin, dass das Wahlergebnis der CDU bei den letzten Landtagswahlen eher mau ausgefallen war, sodass die Koalitionsbildung auch als Versuch gewertet werden kann, sich gegenüber politischen Rändern zu behaupten.