Wieder einmal steht das Thema Böllerverbot auf der Tagesordnung – und wieder gibt es Gegenwind von offizieller Seite. Andy Grote, der als Vorsitzender der Innenministerkonferenz fungiert und Hamburgs Innensenator ist, hat der Gewerkschaft der Polizei (GdP) signalisiert, dass er die von ihr gesammelten Unterschriften für ein bundesweites Verbot von Feuerwerkskörpern nicht annehmen wird. Begründet wird diese Absage mit der Aussage, die Petition enthalte keine neuen Argumente und gleiche im Prinzip der Eingabe aus dem Vorjahr. Kurios, denn die Unterschriftenzahl ist inzwischen auf beachtliche 3,3 Millionen angewachsen – ein Sprung von über einer Million gegenüber 2023. Die GdP ließ diese Ablehnung nicht unbeantwortet: Sie mobilisiert jetzt abseits klassischer Wege und ruft ihre Unterstützer auf, direkt in den sozialen Netzwerken, etwa bei Instagram, Druck auf Grote auszuüben. So neu ist das Thema eigentlich nicht, aber die Wucht und Ausdauer der Böller-Debatte scheint Jahr für Jahr zuzunehmen. Vielleicht ist das schon ein Zeichen, wie sehr sich Tradition und Sicherheitsbedenken mittlerweile verhaken.
Der Streit um ein flächendeckendes Feuerwerksverbot in Deutschland nimmt aktuell wieder Fahrt auf. Trotz der inzwischen enormen Zahl von 3,3 Millionen Unterstützern bleibt die Innenministerkonferenz bei ihrer ablehnenden Haltung – aus formalen Gründen, wie sie betont. In der politischen Diskussion wird dabei inzwischen deutlich engagierter und auch emotionaler gestritten: Städte wie Berlin und Hamburg haben teils lokale Verbote ausgesprochen, die Polizeigewerkschaften argumentieren mit Gefahren für Einsatzkräfte und die Umwelt, während Befürworter des Feuerwerks an Tradition und individueller Freiheit festhalten. Nach aktuellen Medienberichten gab es rund um die letzten Silvesternächte wieder zahlreiche Vorfälle mit Verletzten, auch Angriffe auf Polizei und Feuerwehr sind wiederholt ein Thema – das stärkt natürlich die Argumente der Verbotsbefürworter. Zuletzt ist festzustellen, dass das Thema auch medial weiterhin stark aufgegriffen wird, nicht zuletzt durch wiederholte Petitionen und die Versuche, bei politischen Entscheidern Gehör zu finden.