Bundesärztekammer plädiert für strengere Tabakbesteuerung

Klaus Reinhardt, Chef der Bundesärztekammer, begrüßt die Diskussion um eine stärkere Anhebung der Tabaksteuer in Deutschland.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Dass Rauchen nach wie vor eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren darstellt, ist fast schon eine Binsenweisheit. Dennoch erleben wir, wie sich Debatten um höhere Tabaksteuern regelmäßig entzünden – und diesmal meldet sich Bundesärztekammer-Präsident Reinhardt wieder mit einer klaren Empfehlung: Eine Anhebung der Abgaben sei aus medizinisch-gesellschaftlicher Sicht nicht bloß sinnvoll, sondern angezeigt. Er verweist auf internationale Erkenntnisse, wonach teurere Zigaretten oder ähnliche Produkte vor allem Jugendliche vom Konsum abhalten können. Wer mehr zahlen muss, überlegt sich den Einstieg gleich zweimal und für viele kippt die Rechnung – in mehrfacher Hinsicht: Nicht nur, dass weniger Menschen rauchen, die Gewinne aus höheren Steuern könnten gezielt in mehr Prävention oder bessere medizinische Versorgung fließen. Es gibt schließlich wenige politische Hebel, die mit einem Mal sowohl Geld für Prävention auftreiben als auch noch einen messbaren Beitrag zum allgemeinen Wohl leisten. Auch der aktuelle Drogenbeauftragte Streeck sowie weitere Vertreter der jetzigen Regierungskoalition unterstützen die Forderung nach einer spürbaren Steuererhöhung. Und abseits aller Zahlen, wissenschaftlichen Daten oder politischen Einlassungen – jeder Mensch, der nach einer Preiserhöhung nicht zur Zigarette greift, bleibt ein Gewinn. Das klingt ein bisschen wie das berühmte Zwei-Fliegen-mit-einer-Klappe-Prinzip, oder?

Die Bundesärztekammer unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Tabaksteuer anzuheben, um insbesondere Jugendliche besser vor den langfristigen Folgen des Rauchens zu schützen und gleichzeitig finanzielle Ressourcen für Gesundheitsprävention freizusetzen. Laut Reinhardt gibt es handfeste wissenschaftliche Belege dafür, dass höhere Preise erwiesenermaßen vor allem junge Menschen vom Einstieg ins Rauchen abhalten und Raucherinnen und Raucher zur Aufgabe motivieren. Tatsächlich zeigen aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes, dass der Pro-Kopf-Konsum von Tabak in den letzten Jahren zurückgegangen ist – jedoch bleibt die Raucherquote unter Jugendlichen vergleichsweise hoch. Aktuelle politische Initiativen, etwa der neue Tabaksteuer-Index der Bundesregierung oder strengere Regelungen zu Tabakwerbung, sollen diesen Trend verstärken. Laut einer aktuellen WHO-Studie könnten durch weltweite Preis- und Steuererhöhungen bis 2030 Millionen Menschenleben gerettet werden. Zudem hat die Bundesregierung angekündigt, Tabakerhitzer und E-Zigaretten künftig ähnlich streng zu regulieren wie klassische Zigaretten, was einen weiteren Schritt für effektiveren Jugendschutz bedeutet.

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