US-Aktienmärkte steigen, während politischer Stillstand droht

Am Montag verzeichneten die US-Börsen zum Tagesschluss deutliche Zuwächse. Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 und der Nasdaq legten trotz eines erneut drohenden Regierungs-Shutdowns zu. Die Unsicherheit über den Haushaltsstreit in Washington bleibt jedoch bestehen.

26.01.26 22:29 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal sind es eben diese seltsamen Momente, in denen die Märkte trotzig wirken. Wieder einmal schwebt über Washington das Damoklesschwert eines „Government Shutdown“ – und siehe da: An der Wall Street wird trotzdem zugelegt, als gäbe es keinen Morgen. Der Dow Jones schloss mit rund 49.400 Punkten, was etwa 0,6 Prozent Plus bedeutet – erstaunlich angesichts der politischen Hängepartie. Auch der S&P 500 und Nasdaq blieben im Fahrwasser und legten leicht zu. Schon kurios: Das Landwirtschafts- und Handelsministerium sind wohl noch eine Zeit abgesichert, während für das Innenministerium – das übrigens für die Polizei- und ICE-Angelegenheiten zuständig ist – erneut das Tauziehen beginnt. Die Debatte wurde abrupt unterbrochen, nachdem es am Wochenende zu einem fatalen Zwischenfall mit ICE-Beamten in Minneapolis kam. Solche Ereignisse färben natürlich auf die Stimmung ab. Der Euro schwächelte leicht gegenüber dem Dollar und notierte bei etwa 1,19 Dollar. Hingegen glänzte Gold mit einem Wertzuwachs und wurde für 5.026 Dollar je Feinunze gehandelt – irgendwie ein Zeichen, dass Anleger auf Nummer sicher gehen wollen? Öl wiederum fiel etwas ab, die Nordsee-Sorte Brent lag bei 65,78 Dollar das Fass – kein riesiger Rutsch, aber eben ein Zeichen von Nervosität. Was bleibt? Ein Gefühl zwischen vorsichtigem Optimismus und der leisen Ahnung, dass bald womöglich alles anders kommen könnte.

Die US-Börsen haben am Montag trotz erneuter Unsicherheiten um einen drohenden Shutdown zugelegt. Während zentrale Ministerien wie das Landwirtschafts- und Handelsministerium weiter finanziert werden, drohen insbesondere dem Innenministerium und anderen Behörden nach einer Unterbrechung der Budget-Verhandlungen Einschränkungen. Die Währungen reagierten volatil, wobei der Euro leicht nachgab und der Goldpreis stieg; der Ölpreis setzte seinen leicht fallenden Trend fort. Ein Shutdown hätte dieses Mal voraussichtlich weniger Auswirkungen als im historischen Stillstand von 2018/2019, bei dem zahlreiche Behörden geschlossen waren und Hunderttausende Beschäftigte in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt wurden. Angesichts der Wahlen und des zunehmenden politischen Drucks empfinden viele Beobachter die Lage als angespannt – und die Märkte ohnehin als erstaunlich widerstandsfähig.

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