„Was heute gilt, kann morgen schon wieder Makulatur sein“, so drückt es Boris Pistorius in einem Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland recht anschaulich aus. Gerade mit Blick auf Donald Trumps Verhalten rund um Grönland – und dessen oft schwer zu kalkulierenden Drohgebärden – sei im Grunde alles offen. Ob durch die jüngsten Gespräche mit NATO-Chef Mark Rutte wirklich Entwarnung gegeben werden kann, wagt Pistorius zu bezweifeln: „Sicher ist hier gar nichts.“ Einiges wirkt fast absurd: Die Grönland-Abkommen mit Dänemark existieren seit Jahrzehnten – und trotzdem steht plötzlich militärisches Aufrüsten im Raum, als gäbe es keinerlei Regeln im Miteinander. Besonders bemerkenswert findet Pistorius, wie geschlossen sich Europas Staaten Trumps Druck – inklusive Zollandrohungen und fragwürdigen Annexionsfantasien – entgegengestellt haben. Fast trotzig meint er: „Angst führt zu Fehlentscheidungen – wir lassen uns nicht einschüchtern.“ Interessanterweise betont der Minister auch die gegenseitige Abhängigkeit zwischen USA und Europa – auch, was Militärstützpunkte wie Ramstein angeht. „Die Amerikaner brauchen uns genau wie wir sie brauchen“, sagt er. Belege für ein baldiges Aufkündigen des Nato-Bündnisses sieht Pistorius keine: Die US-Atomschutzgarantie stehe laut ihm nicht zur Debatte. Er warnt allerdings: Sollte Putins Russland die USA aus Europa drängen, gerate der gesamte Kontinent ins russische Einflussgebiet – „und dann stünden die Vereinigten Staaten plötzlich eingeklemmt zwischen Russland und China.“ Gedanken, die bewusst auch ein paar Fragezeichen stehen lassen.
Boris Pistorius zeigt sich angesichts der Grönland-Krise und Trumps kaum kalkulierbarer Politik deutlich zurückhaltend: Einen Durchbruch sieht er nicht, zumal alte Vereinbarungen zwischen Dänemark und den USA weitgehende Militärpräsenz auf Grönland weiterhin zulassen. Besonders hebt Pistorius hervor, dass Trumps Strategie auf Einschüchterung fußt, dem die Europäer mit Selbstbewusstsein entgegenhalten müssten. In aktuellen Medienberichten zeichnen sich weiterhin Unsicherheit und wachsende Skepsis gegenüber Trumps Europapolitik ab, wobei die Abhängigkeit beider Seiten – USA und Europa – trotz Spannungen offensichtlich bleibt.