FDP-Landeschef Rülke will abtreten – Politisches Beben nach Wahlschlappe in Baden-Württemberg

Hans-Ulrich Rülke, Chef der FDP in Baden-Württemberg, stellt nach dem historisch schlechten Abschneiden seiner Partei seinen Rückzug in Aussicht. Scheitert die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde, will er „konsequent“ den Landesvorsitz aufgeben – das erklärte er live im SWR am Sonntagabend.

08.03.26 20:34 Uhr | 17 mal gelesen

Ein Paukenschlag am Sonntag: Die Liberalen, einst das Aushängeschild im Südwesten, sind laut neuesten Zahlen kurz davor, aus dem baden-württembergischen Landtag zu fliegen. Dabei galt besonders Baden-Württemberg immer als Stammland der FDP – umso verwunderlicher der aktuelle Absturz mit nur noch 4,4 Prozent. Während ARD und ZDF die Grünen stabil vorne sehen (etwa 30,6 Prozent), schiebt sich die CDU knapp dahinter (29,7 Prozent). Die Grünen, diesmal mit Cem Özdemir als Spitzenkandidat, könnten erneut gemeinsam mit der CDU weiterregieren – wobei ausgerechnet Özdemirs Rolle in einer Koalition medial bereits heiß diskutiert wird. Eine rechnerische Mehrheit gäbe es auch mit der AfD (18,5 Prozent), aber die CDU schließt eine Zusammenarbeit kategorisch aus. Die SPD rangiert schwach, kratzt mit 5,6 Prozent gerade so an der parlamentarischen Wahrnehmbarkeit. Kurios: Die Linke steht gemeinsam mit der FDP bei 4,4 Prozent – beide scheitern also. Währenddessen rätseln Beobachter: Wie konnte es so weit kommen? Ein Stück Politgeschichte findet hier vielleicht sein vorläufiges Ende.

Der drohende Rauswurf der FDP aus dem baden-württembergischen Landtag sorgt für ein politisches Erdbeben, und Landeschef Rülke übernimmt Verantwortung, indem er seinen Rücktritt ankündigt. Die Grünen bleiben stärkste Kraft, die CDU folgt dichtauf, während SPD, FDP und Linke mit historisch schwachen Ergebnissen kämpfen – der Landtag wird somit neu sortiert. Zuletzt wurde berichtet, dass die fragile Verfassung der Liberalen unter anderem auf bundespolitische Konflikte, den Dauerstreit um die Ampelkoalition und zunehmende Distanz zu klassischen Kernthemen der FDP zurückgeführt wird. Im Netz kursieren Stimmen, die nahelegen, die Partei habe ihren Markenkern verloren und insbesondere bei jungen Wählergruppen verspielt. Gleichzeitig erleben die Grünen einen Aufwind, während sowohl CDU als auch SPD inhaltlich neu aufgestellt werden müssen, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

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