Zwischen Freiheit und Unsicherheit: Der BH als Statement
Interessant: Die überwiegende Mehrheit der befragten Frauen (rund 63 %) macht sich wenig bis gar keine Gedanken um sichtbare Nippel unter ihrer Kleidung. Anders sieht es für etwa ein Viertel aus: Für sie ist der Blick auf den eigenen Körper, speziell im Hinblick auf die Wahrnehmbarkeit der Brustwarzen durch die Kleidung, ein konstant präsenter Gedanke. Das demonstriert, dass der BH heute kein allgemeingültiges Muss mehr ist, sondern vielmehr ein Kleidungsstück voller persönlicher Bedeutungen und Momente der Selbstbefreiung. Von über 2000 befragten Frauen gaben zwar mehr als neun von zehn an, einen BH prinzipiell zu tragen – allerdings entscheiden vier von zehn erst spontan beim Anziehen, ob sie tatsächlich einen wählen. Die restlichen sagen entweder konsequent Ja oder – immerhin knapp acht Prozent – kategorisch Nein.
Entscheidend für das „Ob mit oder ohne“ sind laut Umfrage meist Tagesaktivitäten, das ausgewählte Oberteil und ganz banale Lustgefühle. Interessanterweise spielen Faktoren wie Wetter oder Zyklus kaum eine Rolle. Und gefragt, ob sie sich wegen des Verzichts auf einen BH beobachtet fühlen, sagen die meisten: nicht mehr als sonst. Das Gefühl von Unbehagen bleibt jedoch nicht aus – immerhin jede dritte Frau erlebte schon Unsicherheit, wenn sie ohne BH unterwegs war.
Die Gründe, auf den BH zu verzichten, reichen von Wohlbefinden über das Bedürfnis nach mehr Körperakzeptanz bis zu gesundheitlichen Erwägungen. Manche erzählen, dass sie damit zu sich selbst gefunden haben. Aber es ist eben nicht immer ein einfacher Akt; gesellschaftliche Blicke und Unsicherheiten sind noch immer präsent.
Erogene Berührung: Brustwarzen als Lustquelle
Im intimen Kontext zeigen Brüste ihre andere, sinnliche Seite: Für den Großteil der Frauen ist es beim Sex ausdrücklich wichtig, dass ihre Brüste miteinbezogen werden. Auch bemerkenswert: Rund drei von zehn gaben an, schon einmal allein durch gezielte Stimulation der Brustwarzen zum Orgasmus gekommen zu sein. Das zeigt, wie vielschichtig weibliche Körperlichkeit gelebt wird – zwischen Alltagsroutine, Unsicherheiten und sexueller Selbstentfaltung.
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Die aktuelle Umfrage von JOYclub zeigt: Bei sommerlichen Temperaturen und luftiger Kleidung beschäftigt die Frage nach sichtbaren Nippeln eine relevante Zahl von Frauen. Die Mehrheit trifft die Entscheidung für oder gegen den BH individuell und abhängig vom Anlass. Besonders aufschlussreich ist, dass gesellschaftlicher Druck und persönliche Unsicherheiten auch heute noch dazu führen können, dass Frauen sich für das Tragen eines BHs entscheiden – obwohl viele bewusst auf ihn verzichten. Ergänzend stützt ein Artikel auf taz.de die These, dass der BH immer mehr als Symbol für Selbstbestimmung gesehen wird. In der taz wird außerdem beleuchtet, dass neue Modebewegungen wie "Free the Nipple" weltweit gesellschaftliche Debatten über den weiblichen Körper provozieren. Auf spiegel.de wurde vor Kurzem in einer langen Reportage die Sexualisierung des weiblichen Körpers im Alltag und die Frage erörtert, warum sichtbare Brustwarzen auf Social Media weiterhin zensiert werden. Dabei werden Forderungen nach einer liberaleren Einstellung sowohl auf Plattformen als auch in der Öffentlichkeit laut. Zusätzlich betont ein Artikel auf zeit.de, dass der Bruch mit klassischen Schönheitsidealen und Erwartungen – etwa, dass BH-Trägerinnen „gepflegter“ oder „seriöser“ seien – vor allem bei jungen Leuten zu mehr Körperakzeptanz führt und das Selbstbild stärkt. Die Entwicklungen werden von Social-Media-Trends, feministischen Bewegungen und einer neuen Offenheit für Diversität im Erscheinungsbild beschleunigt.