Friedrich Merz in Salzwedel: „Lokalzeitungen sind unverzichtbar – gerade auf dem Land“

Salzwedel – Beim Bürgerdialog im Kulturhaus Salzwedel betonte Bundeskanzler Merz die Rolle lokaler Medien für Regionen wie die Altmark: „Lokalzeitungen bleiben essenziell für unsere Gesellschaft“, erklärte er vor mehr als 200 Zuhörerinnen und Zuhörern am Donnerstag. Auch Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) stellte sich den Fragen des Publikums. Der Anlass: der Tag des Lokaljournalismus, der jährlich am 5. Mai gefeiert wird.

heute 19:27 Uhr | 3 mal gelesen

Der Rathausbesuch von Kanzler Merz ist mehr als ein PR-Termin: Hinter der Veranstaltung steckt ein breites Mediennetzwerk, zu dem unter anderem das DRIVE-Projekt und IPPEN.MEDIA gehören. Ziel ist die Stärkung des Lokaljournalismus durch direkten Dialog – und tatsächlich zeigte Merz sich ungewohnt persönlich, als er erzählte, wie auch bei ihm zu Hause die Zeitung ihren festen Platz hat. Für ihn liefert die Lokalzeitung den zuverlässigsten Einblick ins aktuelle Geschehen am Wohnort.

Politik könne, so Merz, zwar Hilfestellungen für die Medienbranche geben – echte Widerstandskraft müssten Verlagshäuser aber selbst entwickeln. „Förderungen können immer nur eine Starthilfe darstellen“, räumte er im Laufe der Diskussion ein.

Die Wahl von Salzwedel als Veranstaltungsort unterstreicht das Anliegen: Eine eher abgelegene Kleinstadt, fernab von Autobahnen, die für viele ländliche Regionen in Deutschland steht, in denen lokale Zeitungen oft die einzige Nachrichtenquelle sind. Eigentlich typisch, wie Markus Knall von IPPEN.MEDIA die Veranstaltung mitgestaltete – Seite an Seite mit Redakteur*innen regionaler Medien.

Auch Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, verwies auf seine eigene Herkunft aus einem 350-Seelen-Dorf, in dem gerade die Lokalzeitung alles andere als verzichtbar sei. „Nur das Lokale zeigt wirklich, was vor Ort passiert“, betonte er.

Das Programm um den Tag des Lokaljournalismus macht auf die Relevanz von Journalismus aufmerksam, der an den Lebensrealitäten der Menschen dranbleibt – nah, glaubwürdig und überprüft.

Hintergrund:

Der Tag des Lokaljournalismus wurde ins Leben gerufen, um lokale Medien und ihre Bedeutung zu feiern, speziell im Zeitalter der Digitalisierung und globaler Informationsflut. Getragen wird die Aktion von Akteuren wie IPPEN.MEDIA, der dpa und Highberg, unterstützt von Medienverbänden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie weiteren Bildungs- und Förderinitiativen. Das Ziel: Nicht nur junge Menschen und Familien für Lokaljournalismus begeistern, sondern auch Werbekunden überzeugen, dass lokale Medien zukunftsfähig sind.

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Schirmherrschaft übernommen. Mehr Infos unter: www.tag-des-lokaljournalismus.de

Pressekontakt: dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH – Jens Petersen, Leiter Konzernkommunikation, Tel: +49 40 4113 32843, E-Mail: pressestelle@dpa.com

Originalquelle: dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, news aktuell | Link

Die Diskussion in Salzwedel drehte sich um Lokalzeitungen als Grundpfeiler der demokratischen Öffentlichkeit, besonders auf dem Land. Merz unterstrich, dass staatliche Unterstützung zwar helfen könne, journalistische Qualität und Innovationskraft jedoch aus der Branche selbst kommen müssten. Zusätzlich betonten Redaktionen und Politiker die Rolle kleiner Städte wie Salzwedel als Paradigma für Informationsfreiheit und Teilhabe fernab von Metropolen. – Ergänzt um aktuelle Recherchen: Die Zukunft des Lokaljournalismus steht erneut zur Debatte, da viele Lokalverlage laut Medienberichten unter steigendem Kostendruck sowie zunehmender Konkurrenz durch digitale Plattformen leiden. Digitale Angebote gewinnen an Bedeutung, bieten aber keineswegs den vertrauten Ortbezug traditioneller Lokalblätter; zugleich hat die Bundesregierung angekündigt, Modelle zur strukturellen Förderung für Regionalzeitungen zu prüfen. Redaktionelle Initiativen und Projekte wie das DRIVE-Modell werden derzeit als zukunftsweisende Beispiele angesehen, um die Digitalisierung lokaler Medienhäuser sowie neue Austauschformate mit Bürgerinnen und Bürgern voranzutreiben.

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