Führungswechsel: Ex-Merz-Büroleiter steigt bei BCG ein

Jacob Schrot, der bis Anfang des Jahres das Büro von CDU-Chef Friedrich Merz leitete, nimmt ab Juni eine neue Herausforderung bei der Boston Consulting Group (BCG) an.

heute 07:01 Uhr | 3 mal gelesen

Der Wechsel wurde vom "Handelsblatt" zuerst vermeldet: Jacob Schrot, 35 Jahre, geht als Partner zur BCG und soll dort sein Know-how in der Praxisgruppe für den öffentlichen Sektor einbringen. Politische Beratung steht bei seiner neuen Rolle ganz oben auf der Agenda, sowohl für Unternehmen als auch Institutionen. Die Motivation klingt fast ein bisschen poetisch – die Brücke zwischen Wirtschaft und Politik wolle er bauen und als 'Übersetzer' fungieren, so Schrot. BCG selbst setzt schon seit längerer Zeit auf strategische Kompetenz in politischen Krisenzeiten: Schon 2016 hob das Unternehmen die Abteilung Global Advantage and Geopolitics aus der Taufe. Die ist seitdem ständig am Wachsen, getrieben von geopolitischen Erschütterungen rund um den Globus. Es wirkt, als halte man gezielt nach Köpfen Ausschau, die sich zwischen Politik und Wirtschaft zu bewegen wissen – eine Schnittstellenkompetenz, die vielleicht noch wichtiger wird, je unruhiger die Welt wird. Kurzum: Schrots Wechsel steht für einen Trend, der gerade Form annimmt – die fließenden Übergänge zwischen politischer Bühne und Beratungsindustrie. Ganz abgeschlossen ist die Diskussion darüber aber sicher noch nicht.

Jacob Schrot, ehemals Chef im Büro von Friedrich Merz, wird ab 1. Juni Partner bei der Boston Consulting Group, um die öffentliche Sektor-Praxis zu verstärken. Sein Wechsel steht exemplarisch für den derzeitigen Trend, politische Erfahrungen in beratende Funktionen der Wirtschaft zu übertragen, vor allem angesichts globaler Unsicherheiten und der wachsenden Bedeutung strategischer Beratung. BCG baut in Zeiten wachsender geopolitischer Krisen systematisch auf Expertise an der Schnittstelle Politik und Wirtschaft – und Schrot wird als einer jener Vermittler zwischen beiden 'Welten' gesehen. In den letzten Tagen wurde zudem berichtet, dass die Beratungsbranche in Deutschland durch den wachsenden Einfluss geopolitischer Ereignisse und neuer Gesetzgebungen stetig an Bedeutung gewinnt – viele ehemalige Politiker wechseln gezielt ins Consulting, wie aktuelle Beispiele zeigen (siehe aktuelle Meldungen etwa bei Zeit und Süddeutscher Zeitung).

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