Die von der Bundesregierung geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie stieß nicht nur im Bundesrat auf Widerstand, sondern wurde auch von Wirtschaft und Teilen der Politik kritisch gesehen. Grünen-Fraktionschefin Dröge fordert nun als Alternative eine umfassende Reform der Einkommenssteuer, die gezielt untere und mittlere Einkommen bessergestellt und Spitzenverdiener stärker heranzieht. Darüber hinaus setzt sie sich für niedrigere Stromsteuern und eine Reduzierung der Krankenkassenbeiträge ein, um die Auswirkungen der Krise sozial gerechter abzufedern. Aktuelle Berichte zeigen, dass die Debatte um eine gerechtere Steuerpolitik in Deutschland in vollem Gang ist. Laut der Süddeutschen Zeitung hat das Scheitern der Prämie zu einer neuen Dynamik in der Diskussion geführt, viele Parteien suchen nach tragfähigeren Alternativen („[SZ]“). Die FAZ berichtet, dass Wirtschaftsexperten vor allem die gezielte Steuerentlastung im niedrigen und mittleren Einkommensbereich für dringend geboten halten, da die Inflation weiterhin auf die Kaufkraft drückt („[FAZ]“). Auf Spiegel Online zeigt sich, dass der Koalitionsstreit die Unzufriedenheit in der Bevölkerung über mangelnde und komplizierte Entlastungen weiter befeuert („[Spiegel]“). Derzeit gibt es keine Anzeichen, dass die Bundesregierung kurzfristig ein neues Entlastungspaket schnüren wird; vielmehr verlagert sich der Streit zunehmend auf strukturelle Steuerthemen und die Gestaltung einer „Krisenpolitik mit Augenmaß“.