SPD-Generalsekretär Klüssendorf drängt auf umfassenden Reformgipfel

Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär, fordert einen beherzten Neustart für große Reformen und möchte dafür alle gesellschaftlichen Kräfte einbinden.

heute 14:11 Uhr | 3 mal gelesen

Klüssendorf wünscht sich ein Treffen, bei dem Regierung, Gewerkschaften, Unternehmensvertreter und andere Interessengruppen sich einige Tage zusammensetzen – abgeschottet von der Außenwelt. Ziel? Rauskommen mit einem handfesten Reformpaket, das breit getragen wird und endlich Schluss macht mit ewigen Einzeldebatten. Seine Meinung: Es frustriert die Leute enorm, wenn ständig neue Diskussionen geführt werden. "Alle paar Tage eine neue Baustelle – das erschöpft. Wir brauchen einen kollektiven Kraftakt", so Klüssendorf. Was die zuletzt gescheiterte "Entlastungsprämie" angeht – nach dem Bundesratsstopp sieht Klüssendorf die Priorität eher bei einer strukturellen Entlastung. Vor allem eine Einkommensteuerreform müsse dringend vorangetrieben werden. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will hierzu demnächst einen Fahrplan vorstellen – vielleicht schon in wenigen Tagen. Nicht zuletzt richtete Klüssendorf auch noch einen Seitenhieb an Bayerns Ministerpräsident Söder: Dessen Nein zur Entlastungsprämie sei kaum nachvollziehbar, denn Söder hätte das Vorhaben ja lange mitverhandelt. Woran liegts? Die Stärke von Söders Partei in Bayern hätte es möglich gemacht, anders zu entscheiden – so die Einschätzung von Klüssendorf.

Klüssendorfs Forderung nach einem groß angelegten Reformgipfel spricht aus, was viele seit Monaten kritisieren: Die Zersplitterung politischer Vorhaben in endlose Einzelprojekte lähmt das Land und senkt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Regierung. Besonders betont er die Notwendigkeit, mit Entlastungsmaßnahmen nicht auf halbem Weg stehenzubleiben, sondern grundlegend, zum Beispiel über eine Steuerreform, für nachhaltige Verbesserungen zu sorgen. In der aktuellen Debatte um die Steuerpolitik der Ampelkoalition zeigt sich eine bemerkenswerte Spaltung zwischen den Bundesländern, insbesondere angesichts der Blockade-Haltung Bayerns. Laut verschiedenen Medien (z.B. TAZ, ZEIT, FAZ) wächst unterdessen der Druck auf die Bundesregierung, schnelle und spürbare Lösungen zu liefern – das Zeitfenster, die gesellschaftlichen Fliehkräfte einzudämmen, wird kleiner. In jüngsten Berichten etwa zur Haushaltsdebatte wird immer deutlicher, wie stark die Inflation und die Energiepreise auf alltägliche Lebensverhältnisse drücken und die Diskussion über Strukturreformen verschärfen. Der Vorschlag eines "Reformgipfels" ist also nicht nur Symbolpolitik, sondern könnte neue Dynamik bringen, sofern es gelingt, zentrale Akteure an einen Tisch zu holen und echte Kompromisse auszuhandeln.

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