Ralf Ludwig, Intendant des MDR, sagte:
„Wir mussten lange abwägen, wie wir mit dieser Situation umgehen. Ehrlich gesagt hätten wir uns einen anderen Verlauf gewünscht – die Anpassung des Beitrags, wie sie von der KEF angeraten wurde, hätte uns viele Sorgen erspart. Nun aber fehlt uns seit Anfang 2025 das Geld, das wir realistisch einfach nicht mehr ausgleichen können. Uns bleibt keine Wahl: Die Finanzierungslücke macht es nötig, bereits ab 2027 den Etat zu senken – nur so sichern wir die Zukunftsfähigkeit des MDR, auch redaktionell.“
Boris Lochthofen, Programmdirektor, ergänzte:
„Der Wandel in der Medienlandschaft ist gewaltig; ständige Anpassung ist längst Alltag. Nach zahlreichen Sparrunden im gesamten Haus sind wir nun an einem Punkt, an dem wir gezielt Schwerpunkte setzen, anstatt alles gleichmäßig zu kürzen. Diese Priorisierung ist schmerzvoll, doch sie gibt uns zugleich etwas Spielraum – so können wir lokale Stärke und die Anpassungsfähigkeit des MDR erhalten.“
Konkret heißt das:
Alle betroffenen Bereiche, Belegschaftsvertretungen und auch die Mitglieder der ARD wurden eingebunden und informiert.
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Quelle: MDR Mitteldeutscher Rundfunk via news aktuell
Die Ausgangslage bleibt festgefahren: Eine eigentlich geplante Erhöhung des Rundfunkbeitrags ist bislang nicht umgesetzt worden, weil einzelne Landesregierungen keine Einigung erzielen konnten. Für den MDR bedeutet das eine Lücke im Budget – und angesichts gestiegener Kosten, etwa durch technische Weiterentwicklung oder inflationsbedingte Mehraufwände, bleibt nur der Weg der gezielten Einsparungen. Die Führung des MDR versucht, mit einer Mischung aus strategischer Fokussierung, organisatorischen Anpassungen und möglichst gezieltem Kürzen das eigene Profil als wichtiger, regionaler Informationslieferant zu sichern. In den vergangenen Tagen wurde – etwa auf www.faz.net und www.spiegel.de – immer wieder diskutiert, dass finanzielle Engpässe auch bei anderen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Druck erzeugen und die Debatte um den Auftrag sowie die Finanzierungslogik des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wieder Fahrt aufnimmt. Außerdem werden Transparenz, Prioritäten bei Eigenproduktionen und die Sicherung regionaler Berichterstattung als Zukunftsfragen gehandelt.