Grüne drängen auf nächtliches Mähroboter-Verbot – Igel sollen sicherer leben

Um nachtaktive Igel besser zu schützen, fordern die Grünen im Bundestag ein Verbot des Mähroboter-Einsatzes in den Nachtstunden.

heute 14:33 Uhr | 4 mal gelesen

Die Bundestagsfraktion der Grünen möchte per Antrag, dass Rasenmähroboter nachts schweigen – ganz im Sinne des Igelschutzes. Wie zuerst durch die Funke-Mediengruppe verbreitet, zielen die Pläne darauf ab, dass neue Modelle ab 2027 durch entsprechend programmierte Software den Betrieb im Dunkeln gar nicht mehr zulassen. Bereits in Umlauf befindliche Geräte sollen ein softwarebasiertes Update erhalten. Die Bundesregierung soll mit einer einheitlichen Regelung klarstellen: Mähroboter dürfen fortan nur noch bei Tageslicht schnurren. Dies wird laut Antrag voraussichtlich am Dienstag-Fraktionstreffen beschlossen. Hintergrund: Die stetig zunehmende Verbreitung der cleveren Geräte geht mit steigender Zahl verletzter oder gar getöteter Igel einher – ein schiefes Bild, wenn man an die Schutzbedürftigkeit der ohnehin in Bedrängnis geratenen Tierart denkt. Zahlreiche Tests haben laut den Grünen gezeigt, dass die meisten Geräte-Sensoren schlichtweg versagen, Igel zu erkennen, woraufhin diese zu Opfern der rotierenden Messer werden. Gerade für eine Spezies, die seit 2024 offiziell als potenziell gefährdet geführt wird, bedeute das eine erhebliche Belastung. Zumindest Städte- und Gemeindebund springt den Grünen an dieser Stelle sogar zur Seite. Auch Harald Ebner von den Grünen, der als Fachmann im Umweltausschuss sitzt, betont: Igel leisten wertvolle Arbeit im Ökosystem, fressen etwa Schnecken, und sind damit kleine Natur-Gärtner. Die Bestände schrumpfen – nicht nur dank Pestiziden und Flächenverlust, sondern auch durch Mähroboter, die mit ihren scharfen Klingen zu einer immer größeren Gefahr werden. Schließlich sind Igel dämmerungs- und nachtaktiv – und bei Gefahr eher auf Tarnung und Einrollen statt auf Flucht programmiert. Ebner fordert: Lasst die Roboter tagsüber arbeiten und nachts in Ruhe laden. Außerdem brauche es einheitliche gesetzliche Lösungen, statt jedes Dorf seine eigenen Regeln basteln zu lassen. Hersteller sollten technische Filter gegen das nächtliche Mähen implementieren, und künftige Geräte idealerweise mit Igelerkennung ausstatten. Nebenbei – die vielen ehrenamtlichen Igelauffangstationen sollten ebenfalls gestärkt werden, denn sie kämpfen an der Front, an der Leidenschaft und knappe Ressourcen zusammentreffen.

Die Debatte um nächtliche Mähroboter schlägt weiterhin hohe Wellen: Neben den Grünen signalisieren auch einige Tierschutzverbände und Kommunalvertretungen Unterstützung für strengere Regelungen zum Schutz nachtaktiver Wildtiere. Der Fokus liegt nicht nur auf Igeln, sondern auch auf anderen Tieren, die durch automatische Mähtechnik gefährdet werden – darunter Amphibien und Insekten. Branchenvertreter indes befürchten einen massiven bürokratischen Aufwand für Umrüstungen und Updates, verweisen aber darauf, dass innovative Sensorik bereits in Entwicklung sei. Aus journalistischer Recherche, z.B. auf Zeit Online und taz, geht hervor, dass der Bundesrat voraussichtlich recht wohlwollend gegenüber bundesweiten Vorgaben steht, während die Bundesregierung in Bezug auf Umsetzungsfristen und technische Anforderungen auf das praktische Know-How der Hersteller setzt. Gleichzeitig berichten Wildlife-Experten davon, dass fast ein Drittel ihrer Notfallaufnahmen im Sommer von Mähroboterschäden stammen. Auf Energie- und Technikportalen (wie t3n und energieblogger.net) wird zudem darüber diskutiert, ob nicht auch Smart-Home-Verknüpfungen helfen könnten, automatisches Nachtmähen zu unterbinden, etwa durch Geofencing oder dynamische Zeitschaltuhren. Klar scheint: Der Weg zu igelfreundlichen Vorgärten ist zwar steinig, ruft aber immer mehr Unterstützer auf den Plan.

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