Im Zentrum der Vorschläge: eine selbstständige Agentur für Digitale Medien, die ehrlich gesagt ein bisschen wie eine Mischung aus Schiedsrichter und Feuerwehr klingen mag. Sie soll nicht nur drohende Gefahren erkennen, sondern auch den Finger in die Wunde legen, wenn Plattformen sich nicht an Spielregeln halten. Weiterhin schwebt den Grünen eine Förderung von europäischen, dezentralen Netzen vor. Raus aus der Abhängigkeit von US-Giganten wie X – deren Geschäftsmodell, so die Kritik, auf dem Verbreiten von Desinformation fußt. In dem Antrag liest sich das so: Deutschlands digitale Kommunikation braucht ein gemeinwohlorientiertes Fundament.
Regulierung sei das eine, echte Kompetenz das andere: Die Grünen fordern landesweit Initiativen, damit Menschen lernen, zwischen Fakten und Fantasie zu unterscheiden. Gerade wenn Messenger fast schon wie ein Wohnzimmer wirken und trotzdem ungefiltert Falschmeldungen streuen. Medienkompetenz ist für sie keine Randnotiz mehr, sondern ein Grundpfeiler, der dem schwindenden Vertrauen in die klassischen Medien etwas entgegensetzen kann.
Auch ein regelmäßig aktualisiertes Lagebild zu hybriden Bedrohungen steht auf dem Plan. So sollen Behörden schneller reagieren und nicht wie in schlechten Krimis erst im Nachhinein ahnungslos die Scherben zusammenkehren. Last but not least: Die Grünen schlagen vor, einen unabhängigen Fonds für Medienarbeit zu gründen – finanziert durch Abgaben von Digitalkonzernen. Das Ziel: gezielt Lokaljournalismus stärken, dem ohnehin oft das Wasser bis zum Hals steht.
Die Grünen kritisieren die Untätigkeit der Bundesregierung beim Schutz vor Desinformationskampagnen und fordern umfassende, proaktive Maßnahmen – von einer unabhängigen Digitalagentur bis hin zu breit angelegten Förderungen von Medienkompetenz und europäischer Netz-Infrastruktur. Im Zentrum steht der Wunsch nach weniger Naivität beim Umgang mit autokratischen Einflussnahmen, gerade aus Russland und China, sowie einer gesetzlichen Grundlage, um große digitale Plattformen strikter zu kontrollieren. Neuere Berichte zeigen zudem, dass die EU den Kampf gegen Desinformation in enger Zusammenarbeit zwischen Mitgliedsstaaten weiter verschärfen möchte; besonders nach den jüngsten Social-Media-Kampagnen, die gezielt Wahlen und gesellschaftlichen Diskurs stören sollten. Die Medienlandschaft diskutiert gerade intensiv, wie staatliche und unabhängige Akteure ihre Kräfte bündeln sollten und wie gleichzeitig die Meinungsfreiheit gewahrt werden kann. Besonders in Anbetracht der Europawahlen fordern zahlreiche Experten einen robusteren rechtlichen Rahmen und verstärktes Monitoring digitaler Kommunikationskanäle.