Handwerksumsätze leiden: Rückläufige Zahlen im Frühjahr 2026

Im zulassungspflichtigen Handwerk in Deutschland war im ersten Quartal 2026 ein deutlicher Umsatzrückgang zu verzeichnen – ausgerechnet Branchen wie Bau und Ausbau traf es besonders.

heute 08:43 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal hat man das Gefühl, jedes Frühjahr birgt seine eigenen kleinen „Wetterumschwünge“ – und diesmal erwischte es das Handwerk ziemlich kalt. Nach den aktuellen, allerdings noch vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts schrumpfte der Umsatz im zulassungspflichtigen Handwerk zwischen Januar und März 2026 um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hart traf es das Bauhauptgewerbe, wo mit satten 7,3 Prozent weniger Umsatz wohl so mancher Bauunternehmer ins Grübeln geraten dürfte. Im Ausbaugewerbe sah es ebenfalls nicht rosig aus: Ein Minus von 3,8 Prozent, was sich vermutlich direkt in den Auftragsbüchern vieler Betriebe widerspiegelt. Etwas moderater, aber dennoch spürbar, die Rückgänge bei den Handwerken für gewerblichen (minus 1,1 Prozent) sowie privaten Bedarf (minus 0,6 Prozent). Immerhin ein kleiner Lichtblick: Das Gesundheitsgewerbe verzeichnete als einzige größere Gruppe ein Umsatzplus von 1,7 Prozent. Und obwohl es fast klingt wie ein Tropfen auf den heißen Stein: Auch im Kraftfahrzeug- und Lebensmittelgewerbe gab es minimale Steigerungen. Beschäftigungszahlen sahen allerdings insgesamt ebenfalls nicht gut aus – insgesamt 1,6 Prozent weniger Beschäftigte binnen eines Jahres, mit dem stärksten Einbruch erneut bei den gewerblichen Bedarfshandwerken (minus 2,6 Prozent). Wenig überraschend: Das zulassungsfreie Handwerk schlug sich deutlich besser. Hier wuchs der Umsatz real um 2,6 Prozent, unter anderem getragen durch kräftige Zuwächse bei den gewerblichen Bedarfshandwerken (+4,3 Prozent). Die Lage bleibt allerdings fragil, da auch dort einzelne Gruppen Einbußen verzeichneten, etwa das Bauhauptgewerbe (-4,7 Prozent) und das Lebensmittelhandwerk (-2,2 Prozent). Unterm Strich ein Signal: Die Handwerksbranche merkt, wie sehr nahezu jede Konjunkturerkältung sofort auf die Zahlen durchschlägt – und manche zieht es vielleicht sogar erst in ein paar Monaten so richtig in den Strudel.

Der Rückgang im zulassungspflichtigen Handwerk ist Teil eines Trends, der auf zahlreiche Faktoren zurückzuführen ist – etwa steigende Zinsen, gestiegene Materialpreise sowie eine spürbare Investitionszurückhaltung im Bausektor, die viele Betriebe zu spüren bekommen. Interessanterweise verzeichneten laut aktuellen Berichten mehrere Handwerkskammern und Branchenverbände in den vergangenen Wochen schon verstärkte Anfragen von Betrieben zu Unterstützungsmaßnahmen angesichts der angespannten Lage. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit am Markt könnten politische Entscheidungen, etwa zu Förderprogrammen oder steuerlichen Erleichterungen, in den nächsten Monaten noch wichtiger werden.

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