Die optimistische Einschätzung für das laufende Jahr basiert hauptsächlich auf einem unerwartet kräftigen Jahresauftakt. Doch schon im zweiten Quartal rechnet das IWH mit einer wirtschaftlichen Pause – es könnte sogar stagnieren. Das komplette Szenario steht und fällt mit der Annahme, dass die Straße von Hormus wieder passierbar ist und Energiepreise sich entspannen. Oliver Holtemöller, stellvertretender IWH-Leiter, fasst es unverblümt: "Sollte sich die Lage allerdings weiter zuspitzen und die Energiepreise erneut in die Höhe schießen, kann es zu einem vorübergehenden Einbruch der deutschen Wirtschaftsleistung kommen." Das klingt erst einmal dramatisch, aber ganz ehrlich: Wer traut sich im Moment schon, längerfristige Prognosen zu geben? Die Wirtschaft schwankt, schwankt, und manchmal fällt sie eben auch.
Das IWH blickt verhalten optimistisch auf die kurzfristige Wirtschaftsleistung Deutschlands, warnt aber vor Rückschlägen im Falle weiterer geopolitischer Verwerfungen, insbesondere im Energiesektor. Die bislang angehobene Prognose hängt maßgeblich von einer schnellen Beruhigung im Nahen Osten und gesunkenen Energiepreisen ab. In den letzten 48 Stunden wurde berichtet, dass mehrere deutsche Forschungsinstitute ihre Erwartungen ebenso zurückhaltend formulieren – Unsicherheit bleibt, insbesondere wegen der globalen Spannungen, Lieferkettenproblemen sowie der Abhängigkeit von Energieimporten. Die große Frage bleibt: Kommt die wirtschaftliche Erholung oder schiebt die nächste Krise schon ihre Schatten voraus?