Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat sich in einer aktuellen Analyse mit den Konsumausgaben europäischer Haushalte beschäftigt – und siehe da: In Deutschland fließen 9,6 Prozent des gesamten Konsumbudgets in Freizeitaktivitäten. Das ist knapp mehr als in Schweden und beeindruckend weit über dem EU-Schnitt von 7,5 Prozent. Ganz am Ende der Liste landet Rumänien, dort fließen lediglich 2,6 Prozent ins Vergnügen. Interessant ist auch, wie viel Geld in die eigenen vier Wände gesteckt wird. Sowohl in Deutschland als auch im EU-Mittel macht das Wohnen etwa ein Viertel der Konsumausgaben aus. Rentners Lieblingsnachbar, die Tschechen, geben sogar besonders viel für Miete oder die eigene Bude aus – Kroaten leben hingegen vergleichsweise günstig. Während der Mietanteil in Deutschland seit 2021 von 7,8 auf 7,0 Prozent gefallen ist, bleibt eine hohe Quote beim Verkehr: 14,2 Prozent gehen hierzulande in Mobilität drauf – auch hier liegen wir an der europäischen Spitze, wohingegen die Slowakei mit 5,8 Prozent genügsam unterwegs ist.
Letztlich sagt das Ganze auch etwas darüber aus, wie verschieden Kaufkraft und Konsumgewohnheiten in Europa verteilt sind. Und, so betont es IW-Expertin Galina Kolev-Schaefer, das Wohlstandsniveau in Deutschland bleibt hoch – Pauschalreisen, Sport oder Theaterbesuche sind für viele scheinbar selbstverständlich. Günstige Lebensmittelpreise tragen dazu bei, dass mehr Budget für Freizeit bleibt. Man könnte schon fast sagen: Mit Tanz, Spiel oder Sauna lässt es sich das Leben in Deutschland recht gut aushalten – nicht nur auf dem Papier.
Die IW-Studie verdeutlicht, dass Deutschlands Haushalte sich Freizeitaktivitäten weiter leisten können – dank hoher Kaufkraft und relativ niedriger Lebensmittelpreise. Die Einkommen hierzulande sind deutlich über dem EU-Durchschnitt, was sich nicht nur in höheren Ausgaben für Sport, Kultur und Reisen zeigt, sondern auch im generell stabilen Konsumniveau. Auch aktuelle Meldungen verschiedener Medien bestätigen: Trotz anhaltender Inflation und geopolitischer Unsicherheiten investieren viele Deutsche weiterhin gerne in Erlebnisse und Freizeit – insbesondere Pauschalreisen sind überdurchschnittlich beliebt. Das Thema wird allerdings auch kritisch gesehen: Steigende Energie- und Mietpreise könnten mittelfristig Teile der Bevölkerung belasten, auch wenn der Anteil an Mietausgaben zuletzt gesunken ist. Im Ländervergleich bleibt auffällig, wie groß die Unterschiede in Europa sind – von Rumänien bis Schweden, Lebensfreude und Kaufkraft haben viele Gesichter.