Mal ehrlich: Wer in den letzten Wochen einen Fernzug nehmen wollte, kann ein Lied davon singen. Laut Informationen, die angeblich aus den oberen Etagen der Deutschen Bahn stammen und von der 'Bild' zitiert wurden, waren im Juni weniger als die Hälfte aller ICE- und IC-Züge pünktlich. Anders gesagt: In dem Monat schafften mehr als die Hälfte aller Fernzüge ihr Ziel entweder deutlich zu spät – oder sie fielen ganz aus. Das war vorher schon nervig, aber dieser Negativrekord setzt dem Ganzen die Krone auf. Paradox dabei: Noch im April wurde das selbstgesteckte Ziel der Bahn mit 64,4 Prozent sogar übertroffen. Im Mai sank dieser Wert aber bereits spürbar auf 61,1 Prozent. Statt Aufwärtstrend nun also Bauchlandung – Gründe gibt es viele, von Baustellen über überfüllte Schienen bis hin zu Wetterkapriolen oder fehlendem Personal. Man fragt sich, ob das irgendwann mal wieder besser wird.
Die Pünktlichkeitsquote der Fernzüge der Deutschen Bahn erreichte im Juni einen neuen Tiefstand: weniger als jedes zweite Verkehrsmittel kam wie vorgesehen ans Ziel. Während im April noch eine vorsichtige Aufwärtstendenz zu verzeichnen war, ging es ab Mai rapide bergab, was von Bahn-Kunden und Branchenexperten gleichermaßen kritisch betrachtet wird. Hintergrund dieser Entwicklung sind zahlreiche Baustellen im Netz, personelle Engpässe – insbesondere bei Lokführern und in Leitstellen – sowie wachsende Instandhaltungsrückstände, die das ohnehin notorisch strapazierte Schienensystem zusätzlich belasten. Erste Analysen unabhängiger Institute und öffentlich diskutierte Maßnahmen, wie etwa eine Neustrukturierung der Fahrpläne oder priorisierte Baustellenabwicklung, lassen jedoch noch keine rasche Besserung erwarten.