Wenn man mit Menschen spricht, die in mittelständischen Unternehmen die KI-Fäden ziehen sollen, hört man schnell heraus: Alle Augen sind auf sie gerichtet – doch was nützen Erwartungen, wenn die dafür nötigen Befugnisse im Nebel verschwimmen? Das ist, kurz gesagt, der Tenor des KI-Manager-Kompass 2026 von NEXperts. Befragt wurden nicht nur über hundert KI-Verantwortliche, sondern es wurde auch tiefer gebohrt: Zwölf Interviews förderten Details zutage, die sich kaum aus Zahlenkolonnen herauslesen lassen.
Die Anforderungen: enorm. Manche sind scheinbar für alles zuständig, dürfen aber Erstaunliches nicht selbst entscheiden – typisch deutsch, könnte man fast meinen, oder? Jeder zweite Befragte nennt sich gesamtverantwortlich, die Mehrheit hat ein eigenes Budget. Doch wenn’s ums Eingemachte geht, ist erstaunlich oft jemand anderes am längeren Hebel, wenn es um formale Entscheidungen geht.
Im Alltag dieser Rollen findet meist eine Art Spagat statt: Verantwortlich auf dem Papier, umsetzen und koordinieren sowieso, aber das letzte Wort? Fehlanzeige. Wer strategisch denkt, muss meistens auch operativ buckeln, und das alles auf der Basis schwammiger Zuständigkeiten. Es ist paradox: KI wird als wichtig erachtet, bekommt aber nicht die strukturelle Unterstützung, die notwendig wäre.
Besonders tricky wird’s in den Frühphasen: Schon wenn es um neue KI-Projekte oder den Zugang zu Daten geht, stolpert fast jeder Dritte über unklare Freigaben oder diffuse Schnittstellen zwischen Abteilungen. Governance – also klare Regeln und Verteilung von Verantwortung – hinkt oft hinterher. Und es ist kein Geheimnis, dass KI in vielen Köpfen noch als IT-Baustelle gesehen wird, obwohl es längst eine Führungsaufgabe wäre.
Der Widerstand sitzt übrigens weniger bei den Kolleginnen und Kollegen, sondern in den Führungsetagen, wo das alte Entscheidungsdenken hartnäckig bleibt, auch wenn man sich nach vorne gibt. Wie viele Alltagsprobleme, lässt sich auch das nicht allein mit neuen Tools oder Prozessen lösen – es braucht eine Umstellung im Denken: KI-Befürwortung ohne Entscheidungen hilft niemandem weiter.
Die Studie hat versucht, den Reifegrad der Organisationen mit vier Indizes einzufangen, von Zielklarheit über Steuerung bis zum messbaren Nutzen. Die Werte zeigen: Viele wissen schon, dass KI der Weg nach vorne ist – aber wie der Weg gestaltet wird, bleibt vage. Handlungsbedarf, na klar. Wer jetzt investiert: Strukturelle Vorteile sind drin.
Die Untersuchung von NEXperts zur Rolle der KI-Manager im Mittelstand zeigt ein deutliches Spannungsfeld zwischen Verantwortung und tatsächlicher Entscheidungsgewalt. In der Praxis bestimmen oftmals andere Instanzen über relevante KI-Entscheidungen, trotz formell zugeteilter Budgets und Zuständigkeiten. Problematisch ist das vor allem, weil Governance-Maßnahmen zu spät greifen und KI weiterhin als isoliertes IT-Thema betrachtet wird, was dringend einer organisatorischen und kulturellen Neuausrichtung bedarf. Interessanterweise wird seit Veröffentlichung der Studie auch in Medien und Fachkreisen diskutiert, dass viele Mittelständler zwar strategische KI-Ambitionen haben, aber zu oft am internen Gefüge scheitern. Jüngsten Presseberichten zufolge (z.B. von „Spiegel“ oder der „FAZ“) beobachten Fachautoren, dass KI-Projekte an fehlender Führungskraft und Entscheidungsprozessen ebenso scheitern wie an Technologiehürden. Die aktuelle politische und wirtschaftliche Diskussion macht deutlich: Wer jetzt nicht ins Machen kommt, droht abgehängt zu werden.