Es klingt fast banal, aber ein Eis, das nach nichts schmeckt, will einfach niemand. Genau das zeigte die kleine, aber pointierte Protestaktion der World Vapers' Alliance in Berlin. Eiswaffeln in zwei Sorten – mit und ohne Geschmack –, zufällig vorbeischlendernde Passanten und eine Fragestellung, über die man sonst eher selten stolpert: Würden Sie freiwillig auf Aroma im Alltag verzichten? Wohl kaum. Doch genau das könnte bald Realität werden – allerdings nicht für Speiseeis, sondern für E-Zigaretten.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft schwebt ein Gesetz vor, das Aromen in E-Zigaretten untersagt. Das betrifft vorrangig Menschen, die das Dampfen als Ausstiegshilfe für die herkömmliche Zigarette gewählt haben. Laut Michael Landl von der World Vapers’ Alliance ist nicht das unbestimmte Risiko für Jugendliche, sondern der Geschmack überhaupt der zentrale Grund, warum viele Erwachsene vom Rauchen loskommen konnten.
Das geplante Verbot könne nach hinten losgehen, meint Landl. Statt weniger, würde womöglich mehr geraucht. Oder die Konsumenten tauchen vermehrt auf den Schwarzmarkt ab, wo Kontrollen ohnehin fehlen und Steuergelder verloren gehen – von Gesundheitsschäden einmal abgesehen. Die Kampagne ist Teil der weltweit laufenden 'World Vape Days' und zielt direkt auf die drohende Änderung der Tabakerzeugnisverordnung in Deutschland. Statt plakativer Symbolpolitik wünscht sich die World Vapers' Alliance eine sachgerechte Lösung: Verbote raus, Regulierung rein. Ob die Botschaft in der Politik am Ende wirklich ankommt, weiß momentan noch niemand.
Die Debatte um das Aromenverbot für E-Zigaretten in Deutschland kocht derzeit hoch. Während das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aus gesundheitspolitischen Gründen ein Verbot plant – vor allem mit dem Argument, Jugendliche schützen zu wollen –, betonen Organisationen wie die World Vapers’ Alliance, dass gerade aromatisierte Produkte für viele Erwachsene ein effektiver Weg aus der Tabakabhängigkeit sind. Studien aus anderen Ländern, etwa den USA oder Neuseeland, belegen durchaus den Zusammenhang zwischen dem Zugang zu Aromen und den Rückgang konventionellen Tabakkonsums – allerdings gibt es weiterhin Unsicherheiten: Wer profitiert langfristig wirklich vom Verbot? Und wie stark gefährdet der Schwarzmarkt die Ziele des Gesundheitsschutzes? Aktuelle Berichte auf taz.de zeigen, dass die Diskussion in den letzten Tagen erneut Fahrt aufgenommen hat und sich die Fronten zwischen Politik, Gesundheitsorganisationen und Dampfer-Community verhärten. Die Süddeutsche Zeitung beleuchtet kritisch die geplante Gesetzesänderung und gibt zu bedenken, dass vor allem kleine Händler und Verbraucher zunehmend verunsichert sind. Die FAZ wiederum stellt dar, dass der Schwarzmarkt für Liquids und selbstgemischte Aromen bereits floriert. In anderen EU-Staaten wird diese Debatte mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen geführt.