Schwüle Luft, der Geruch nach Meer – irgendwie liegt in der Atmosphäre rund um Naqoura immer eine Mischung aus Routine und Unsicherheit. Jetzt, im Juli 2026, gibt Vizeadmiral Axel Deertz inmitten dieser Kulisse die Verantwortung ab: Flottillenadmiral Christian Scherrer übernimmt das Ruder der deutschen Einsatzkräfte und die Führung der maritimen Task Force von UNIFIL. Das ist kein gewöhnlicher Stabwechsel. Immerhin findet er in einer heiklen Zeit statt: Das Mandat für den Einsatz läuft Ende des Jahres aus, dann beginnt der Rückzug.
Die deutsche Marine bleibt bis dahin mit der Fregatte 'Baden-Württemberg' im Verband aktiv, dazu kommen Stabsoffiziere im UNIFIL-Hauptquartier und Ausbilder, die die libanesische Marine aufpäppeln. Scherrer selbst bringt reiche Erfahrung mit – nicht nur an Bord der 'Brandenburg', sondern auch als Strippenzieher im Verteidigungsministerium und bei der NATO in Brüssel. Auf die langjährige Zusammenarbeit blickt die Truppe mit Respekt. UNIFIL war nicht nur ein Symbol für internationale Kooperation, sondern wurde auch immer wieder kritisch hinterfragt – so einfach lässt sich das politische Dickicht in Nahost eben doch nicht bändigen.
Die UN-Mission UNIFIL zieht hier übrigens schon seit 1978 ihre Kreise; seit 2006 – nach dem Zweiten Libanonkrieg – unterstützen auch deutsche Marinesoldaten den Schutz der Seegrenzen, sorgen für Ausbildung und überwachen das Waffenembargo. Am 31. Dezember 2026 jedoch wird der Einsatz beendet. Ein halbes Jahr läuft dann noch der sogenannte Abwicklungsbetrieb – danach verlässt UNIFIL den Libanon endgültig.
Interessant am Rande: Die Besatzung der 'Baden-Württemberg' wird angeführt von Fregattenkapitän Bastian Saphörster. Die Fregatten dieser Klasse, sehr auf Seeüberwachung in Krisenregionen spezialisiert, sind sozusagen die modernen Spürhunde der See – zuverlässig, wenn auch oft im medialen Schatten. Auch das ein Sinnbild für diesen Einsatz: alltäglich, fast unbemerkt – und trotzdem unverzichtbar.
Die UNIFIL-Mission im Libanon steht mit dem Jahr 2026 vor ihrem Abschluss: Deutschland zieht seine Marinesoldaten nach jahrzehntelangem Einsatz in der Friedenssicherung zurück. Der Kommandowechsel zu Flottillenadmiral Christian Scherrer steht symbolisch für die Übergabe an eine neue Generation, die jedoch nur noch wenige Monate im aktiven Dienst verbleibt. Die UNIFIL-Mission wurde 1978 ins Leben gerufen, nach dem Konflikt 2006 ausgebaut, und setzt seitdem auch auf Marineeinsätze zur Seeüberwachung und Unterstützung der libanesischen Marine. Vizeadmiral Deertz betont den professionellen wie kameradschaftlichen Zusammenhalt der Mannschaft und gibt mit spürbarem Respekt die Verantwortung ab. Zuletzt wurde die Fregatte „Baden-Württemberg“ als zentrale Plattform eingesetzt, zuvor war dies die „Nordrhein-Westfalen“. Im Licht der aktuellen geopolitischen Entwicklung bleibt die Frage, wie der Abzug der internationalen Streitkräfte das fragile Gleichgewicht im südlichen Libanon beeinflussen wird.