Linke signalisiert CDU Unterstützung in Sachsen-Anhalt – unter Bedingungen

Ines Schwerdtner, die Bundesvorsitzende der Linken, stellt der CDU in Sachsen-Anhalt eine Zusammenarbeit in Aussicht, falls sozialpolitische Zugeständnisse gemacht werden.

heute 11:59 Uhr | 3 mal gelesen

Die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner hat im Interview mit dem Sender 'Welt' einen ziemlich klaren Akzent gesetzt: Sie und ihre Partei wollen unbedingt verhindern, dass die AfD irgendwo in Sachsen-Anhalt politische Schalthebel in die Hand bekommt – koste es, was es wolle. Sie macht auch keinen Hehl daraus, dass sie die Haltung der CDU, auf keinen Fall mit der Linken zusammenzugehen, schlichtweg verfehlt findet. Ehrlich gesagt klingt sie beinahe schon genervt von dieser ewigen Parteitaktiererei: 'Die Leute draußen interessiert doch weniger, wie die Farbenspiele in der Landesregierung heißen, sondern: Spüren sie Verbesserungen?' Das sei der Punkt. Zugleich betont Schwerdtner, dass jegliche Unterstützung der CDU einen sozialeren Kurs voraussetzen würde, insbesondere in Bildungs- und Sozialpolitik. "Kürzungen im Sozialbereich? Nicht mit uns!" – ihr Statement ist da ganz eindeutig. Dem Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU entgegnet sie lapidar, das sei in ihren Augen albern. Die Linke jedenfalls sei zur Kooperation bereit, wenn es darum geht, das Leben der Menschen vor Ort spürbar zu verbessern, zum Beispiel durch beitragsfreie Kita-Jahre – und sei es mit einer CDU-Minderheitsregierung. Dass da zwischen alten Fronten auch mal durchgerüttelt wird, nimmt sie offenbar in Kauf.

Die Linke hat in Sachsen-Anhalt durch ihre Vorsitzende Ines Schwerdtner signalisiert, dass sie bereit wäre, eine Minderheitsregierung der CDU im Landtag zu unterstützen, sofern diese sich in sozialen Fragen in Richtung Linke bewegt. Zentrale Bedingungen für eine solche Zusammenarbeit sind klar: Keine Sozialkürzungen, Verbesserungen bei Bildung und Betreuung, etwa beitragsfreie Kita-Jahre. In der aktuellen politischen Lage mit einer erstarkenden AfD betont Schwerdtner die Notwendigkeit bürgerlicher Parteigräben zu überwinden, um Demokratie und soziale Verbesserungen zugleich zu sichern. Die Debatte spiegelt eine zunehmende Unsicherheit im demokratischen Spektrum wider; ähnliche Unsicherheiten erleben gerade mehrere ostdeutsche Bundesländer – besonders angesichts der nahenden Landtagswahlen und den Herausforderungen durch immer stärkere AfD-Ergebnisse und umstrittene Unvereinbarkeitsbeschlüsse in den Parteien. Die CDU hingegen besteht bisher öffentlich auf ihrer Ablehnung einer Zusammenarbeit mit der Linken, steht aber in Umfragen wie auch politischen Optionen unter Druck. Laut aktuellen Medienberichten, etwa von der 'Süddeutschen Zeitung', wird diese Debatte im Kontext steigender AfD-Beliebtheit zunehmend schärfer geführt. Auch taz, zeit.de und Spiegel greifen das Thema Minderheitsregierung und Bündniskonflikte in Sachsen-Anhalt auf: Die landespolitischen Fronten sind im Fluss, viele klassische Lagergrenzen scheinbar aufgelöst oder infrage gestellt.

Schlagwort aus diesem Artikel