Über Nacht ist Schluss: Lufthansa Cityline stellt auf einen Schlag ihren Betrieb ein. Das ist keine kleine Randnotiz, sondern hat Konsequenzen für die gesamte Konzernstruktur. Laut eines internen Schreibens – wie vom 'Handelsblatt' berichtet – lässt das Management die Maschine am Boden. Praktisch das ganze Personal aus Cockpit und Kabine bleibt bis auf weiteres zu Hause. Man nennt das „widerrufliche Freistellung“; ein Begriff, der alles und nichts bedeuten kann und für viele eher nach Jobunsicherheit klingt. Scheinbar ist das Ergebnis einer – so steht es jedenfalls im offiziellen Kreis – „gründlichen Abwägung“. Damit setzt der Kranich-Konzern ein Signal: Wer seine Zubringerflüge (zum Beispiel nach Frankfurt oder München) bislang als selbstverständlich sah, muss nun umdenken. Hauptgrund: Bei Cityline treiben andauernde Streiks die Führung um und sorgen offenbar für einen radikalen Schritt. Die Lufthansa Classic will offenbar auf eigene Kapazitäten umschwenken und gleichzeitig ein deutliches Zeichen im Arbeitskampf setzen. Ganz ehrlich: Für die Menschen bei Cityline fühlt sich das bestimmt nicht wie eine „Interimslösung“ an. Man fragt sich unweigerlich, wie es an dieser Stelle weitergeht – und ob das als Blaupause für weitere Umstrukturierungen im Konzern taugt.
Die plötzliche Stilllegung von Lufthansa Cityline ist eine direkte Antwort auf die anhaltenden Arbeitskämpfe innerhalb des Unternehmens. Die Konzernleitung spricht von einer temporären Pause, doch für die betroffenen Mitarbeitenden bedeutet es ungewisse Wochen oder Monate – mindestens. Branchenexperten sehen darin auch einen Versuch, Druck auf die Verhandlungsparteien auszuüben und Kosten zu senken; gleichzeitig drohen Lücken im Zubringernetz der Lufthansa, was auch für viele Flugreisende Veränderungen bringt. // Update: In aktuellen Medienberichten wird spekuliert, dass Lufthansa mit diesem Schritt insbesondere den Tarifforderungen der Piloten- und Cabin-Crews den Wind aus den Segeln nehmen will. Allerdings steht die Konzernführung nun in der Kritik, mit dem Tabubruch der Komplettfreistellung ein Klima der Unsicherheit in einer ohnehin angespannten Branche zu verstärken. Stimmen aus der Gewerkschaft warnen vor „Nachahmungseffekten“ auch bei anderen Airlines und sprechen von strategischen Tricks im Arbeitskampf.