Nordzucker trotzt Marktdruck – solide Kampagne 2025/26 & mutiger Blick nach vorn

Braunschweig – Die Nordzucker AG kann für die Zuckerrüben-Saison 2025/26 trotz Preisdruck und Überangebot einen stabilen Verlauf samt beachtlicher Erträge melden. Fortschritte bei Dekarbonisierung und Effizienz dank des GoGreen-Programms stärken die Bilanz. Mit neuen Kostenmaßnahmen und einer pragmatischen Strategie setzt der Konzern Zeichen inmitten unsicherer Märkte.

heute 12:30 Uhr | 4 mal gelesen

Wenn man ehrlich ist, war die Stimmung zu Beginn der Kampagne 2025/26 nicht ungetrübt – Überproduktion, Preisdruck und all die Hebel, die im Markt greifen, laden nicht gerade zur Euphorie ein. Aber irgendwo zwischen Logistikchaos bei Schnee, gesunden Zuckerrüben mit gelegentlichen Krankheitsschauplätzen (SBR kennt inzwischen jeder Rübenbauer) und sturer Routine hat sich Nordzucker durchgebissen – im Wortsinn. Über dem Konzern schwebt die beruhigende Gewissheit: Die Werke liefern stabil, die Wertschöpfungskette hält – von Litauen bis Schweden, von Finnland bis Deutschland. Selbst Australien: Dort hat Mackay Sugar seine Crashtests, pardon, Crushing-Season mit neuen Technologien gemeistert und jetzt reden alle von 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr. Die Schlagzeilen hätten also lauten können: „Rekorderträge, und trotzdem Kopfweh.“ Denn die Weltmarktpreise für Zucker taumeln seit Monaten, mau wie zuletzt 2021. Europa? Übervoll. Zuviel Ware, zu wenig Konsum. Ziemlich krasse Mischung aus hoher Produktion und schleppenden Preisen. Bei der Produktion glänzte Nordzucker mit Energiekennzahlen, die klingen wie aus dem Nachhaltigkeitsmärchenbuch: CO2-Reduktion, Biogas und Dampf machen aus langweiligen Prozessen echte Effizienzschübe. Aber klar – die wirtschaftliche Realität klopft trotzdem an die Tür. Die Chefetage sagt: „Uns bläst ordentlich der Wind entgegen.“ Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich absehbar. Das Rezept? Budget raffen, Bürokratie kürzen, Investitionen auf Eis legen, Rübenpreise runter, diemüssen alle durch. Aber: Die Eigenkapitalquote steht, das Unternehmen bleibt solide. Interessant: Intern wird schon gerechnet, wie man mit weiteren Sparrunden, Verwaltungsumbau und noch mehr Digitalisierung gegensteuern kann. Trotzdem bleibt man am Ball. Die langfristige Strategie setzt auf ressourcenschonende Dekarbonisierung, Diversifikation über Zuckerrohr in Übersee und – das ist neu – auf alternative Proteine. Die Weichen für 2027/28 sind gestellt, mit der Hoffnung, dann wieder aus eigener Kraft in die Gewinnzone zu klettern. Nur nebenbei: Die Kampagne – also die intensive Verarbeitungsphase zwischen September und Januar – hat ihre eigenen Rhythmen und Krisen, von schnellen Transportwegen über Frostpannen bis zu Spezialkrankheiten wie Stolbur und SBR. Nordzucker, eigenwillig wie eh und je, hält an regionalen Lieferketten, kurzen Wegen und dem Ehrgeiz fest, bis 2050 komplett CO2-neutral zu produzieren. Und irgendwo in den Vorstandsetagen bleibt der Glaube an die Branche attraktiv – sofern Erzeuger und Verarbeiter gemeinsam durchhalten. Wer sich für Details und die laufenden Presseinfos interessiert, findet mehr dazu auf www.nordzucker.com.

Nordzucker meldet für die Rübenkampagne 2025/26 eine durchweg stabile Verarbeitung und Ernte mit überdurchschnittlichen Erträgen, auch wenn die Preisentwicklung am globalen Zuckermarkt aktuell massive Sorgen bereitet. Die bestehenden Programme zur Energieeffizienz, vor allem im Rahmen von GoGreen, sorgen laut Unternehmen für messbare Verbesserungen im CO2-Fußabdruck und in der Ressourcenbilanz. Gleichzeitig reagiert man mit Härte auf den Spardruck: Reduzierte Investitionen, niedrigere Rübenpreise, Kostenoptimierungen und ein erweitertes Effizienzprogramm sollen den Weg durch die Verlustjahre ebnen. Die Strategie setzt angesichts ungewisser Märkte nicht nur auf schlankere Prozesse, sondern auch auf Diversifizierung – etwa in Australien beim Zuckerrohr und in neue Geschäftsfelder wie alternative Proteine. Branchenweit spiegeln sich die Herausforderungen wider: Laut taz werden nicht wenige Rüben-Anbauer und auch andere Zuckerfabriken durch die sinkenden Preise an ihre wirtschaftlichen Grenzen getrieben. Ein Artikel bei SPIEGEL hebt hervor, dass die Zuckerbranche zunehmend unter dem Preiskampf – verstärkt durch hohe Erntevolumina in wichtigen Anbauländern – leidet und nachhaltige Lösungen dringend benötigt werden. Deutschland.de betont, wie wichtig es ist, die Transformation zur klimafreundlichen Produktion und Digitalisierung mit Kraft fortzusetzen, um sich international behaupten zu können – das betont auch der Verband Deutscher Zuckerrübenanbauer aktuell.

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