Nurejew – Staatsballett Berlin bringt Serebrennikovs Ballett nach Europa

Am 21. März um 19:30 Uhr überträgt arte.tv live und exklusiv die mit Spannung erwartete Premiere von „Nurejew“ – einer künstlerisch und politisch aufgeladenen Inszenierung durch das Staatsballett Berlin.

heute 12:27 Uhr | 3 mal gelesen

„Nurejew“, das von Regisseur Kirill Serebrennikov entwickelte und von Yuri Possokhov choreografierte Ballett, hat bereits 2017 für Aufsehen gesorgt: Die Uraufführung am Moskauer Bolshoi-Theater war stark umstritten, 2023 wurde es schließlich aus dem russischen Spielplan verbannt – politische Spannungen inklusive.

Nun wagen die Macher außerhalb Russlands einen Neustart. Das Ensemble des Staatsballetts Berlin formt daraus ein Kunstwerk, das Oper, Schauspiel und Tanz kraftvoll miteinander verwebt. Im Mittelpunkt steht das dramatische, facettenreiche Leben Rudolf Nurejews – Ausnahmetalent, Rebell, kompromisslos in künstlerischer Vision wie in seinem privaten Leben.

Nurejew ist längst zum Symbol für die Emanzipation der Kunst geworden. Seine Flucht aus der UdSSR 1961, sein offener Umgang mit der eigenen Sexualität und sein beispielloser Einfluss auf das klassische Ballett machen ihn zu einer Figur an der Schnittstelle von Ästhetik, Politik und Identität.

Die Premiere ist ab dem 21. März europaweit im Stream auf arte.tv zu erleben – die Fernsehaufzeichnung folgt am 11. April um 22:35 Uhr auf ARTE.

Weitere Infos: veronka.koever@arte.tv | +33 3 90 14 27 64

Originalmeldung

Die Inszenierung 'Nurejew' markiert nicht nur einen künstlerischen Höhepunkt, sondern ist auch ein politisches Statement: Nach einer bewegten Geschichte in Russland – inklusive Zensur und Absetzung – findet das Werk erstmals eine neue, freie Bühne in Berlin. Kirill Serebrennikov, der selbst auf Grund seiner Systemkritik unter Druck geriet und längere Zeit im russischen Hausarrest war, setzt dem Leben Rudolf Nurejews ein Denkmal, das aktuelle gesellschaftliche Debatten reflektiert: künstlerische Freiheit, Diversität und Selbstbestimmung. Neben der künstlerischen Produktion steht auch die Frage im Raum, wie sich europäische Kulturhäuser zu Systemkritik und künstlerischer Opposition positionieren – in Zeiten einer immer restriktiver geführten russischen Kulturpolitik ein bedeutsames Signal.

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