Man könnte sich das Ganze fast wie ein Schachspiel vorstellen: Die Bundesregierung rückt ihre Figuren nicht aus, sondern hält sie noch in der Hinterhand. Wörtlich ließ eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Freitag wissen, dass man nicht über ungelegte Eier sprechen wolle und derzeit keine Spekulationen anstellen werde. Die Fähigkeiten der Bundeswehr stünden parat, falls es jemals soweit sein sollte – und zwar nicht nur mit Blick auf den Nahen Osten. Momentan, so heißt es aus Berlin, befindet man sich weiterhin in Gesprächen. Wie, wann oder in welcher Form Unterstützung geleistet würde? Noch bleibt alles offen und unkonkret. Interessanterweise hatte CDU-Kanzler Friedrich Merz nach dem EU-Gipfel in der Nacht zu Freitag das Thema aufgegriffen. Er räumte zwar ein, eine deutsche Beteiligung sei nicht ausgeschlossen, knüpfte dies aber – typisch pragmatisch – an die Bedingung, dass die Kampfhandlungen vorher beendet werden müssten. So bleibt der Ball vorerst im Feld – und niemand legt sich fest. Das erzeugt eine ganz eigene Spannung.
Die Debatte um eine mögliche deutsche Beteiligung an Sicherungsmaßnahmen in der Straße von Hormus bleibt vorerst eine Debatte. Während die Bundesregierung betont, sich sämtliche Optionen offen halten zu wollen, ist die Formulierung deutscher Außen- und Sicherheitspolitik mit Vorsicht, Flexibilität und einem gewissen Zögern verbunden – insbesondere, da die Region enorm sensibel für die weltweite Energieversorgung ist. Neue Entwicklungen der letzten Stunden unterstreichen, dass auch andere europäische Staaten zögern oder verstärkt auf multilaterale Abstimmungen setzen und großen Wert auf Deeskalation sowie den Schutz des Schiffsverkehrs legen. Ebenso wird in Medienberichten darauf hingewiesen, dass eine militärische Präsenz in dieser Region weitreichende wirtschaftliche und diplomatische Folgen haben könnte. Berichte auf internationalen Nachrichtenseiten wie der Deutschen Welle und FAZ greifen zudem die Rolle von Sanktionen, internationaler Zusammenarbeit und innenpolitischen Debatten innerhalb Deutschlands auf.