Patrick Ebel gilt als Spezialist, wenn es darum geht, wie Menschen und Maschinen sich besser verstehen. Nach seiner Promotion an der Universität zu Köln im Jahr 2023 – dabei hat er sich mit datengetriebener Bewertung von Informationssystemen in Autos beschäftigt – leitete er eine Forschungsgruppe zu computergestützten Nutzermodellen am ScaDS.AI-Zentrum, das die Universitäten Leipzig und Dresden verbindet. Im Fokus seiner Arbeit steht, wie Menschen tatsächlich mit digitalen Technologien – vom Smartphone bis zum Autosystem – umgehen. Systeme werden immer unübersichtlicher und klüger, aber Ebel denkt stets vom Menschen aus: Seine Modelle simulieren Wahrnehmung, Bewegung und auch ganz banale biomechanische Prozesse. Dank solcher Modelle können EntwicklerInnen interaktive Systeme flott und mit weniger Aufwand testen. Ziel: Technik, die zu den NutzerInnen passt – nicht umgekehrt.
"Am HPI streben wir an, einzelne Aspekte menschlichen Handelns wie Denken oder Bewegung digital zu abbilden und daraus stimmige, ganzheitliche Nutzer-Modelle zu bauen. So lassen sich Konzepte testen, bevor sie den Alltag erreichen." So beschreibt Prof. Ebel seine Vision. Das Team rund um ihn forscht da, wo maschinelles Lernen, Kognitionsforschung und Mensch-Maschine-Systeme aufeinandertreffen. Sie setzen einerseits auf große Datensätze, andererseits experimentieren sie mit sogenannten Reinforcement-Learning-Modellen, die selbstständig erproben, was gut funktioniert – ganz ähnlich wie Kinder durch Ausprobieren lernen.
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Patrick Ebel bringt frischen Wind in die Forschung zur Mensch-Maschine-Interaktion am HPI in Potsdam. Sein Ansatz verknüpft verschiedene Forschungsfelder: Er integriert Modelle aus Wahrnehmungspsychologie, Motorik und Kognition, um künstliche NutzerInnen am Computer zu simulieren. Solche ganzheitlichen Modelle helfen dabei, technologische Entwicklungen näher an den Menschen zu rücken; dies ist besonders wichtig, weil Benutzerfreundlichkeit und Ethik beim Einsatz von KI-unterstützten Systemen zunehmend im Fokus stehen. Erstmals will Ebel mit seinem Team am HPI die Simulation solcher virtueller NutzerInnen als Baukasten etablieren, wodurch Entwickler interaktive Produkte effizienter und am Bedarf orientiert optimieren können. Neuere Entwicklungen im Bereich Human-Computer-Interaction adressieren derzeit zudem häufig gesellschaftliche Herausforderungen durch KI wie Fairness und Inklusion. Jüngste Recherchen zeigen, dass Risiken durch KI-Systeme, beispielsweise im Hinblick auf Bias oder Menschenrechte, mehr in den Mittelpunkt rücken und neue Ansätze wie die von Ebel wichtiger denn je werden. Auch Debatten über die Ausbildungsnotwendigkeiten für Informatiknachwuchs in Bezug auf Ethik und Diversität in der Technikgestaltung werden immer lauter.