Das Bernerhaus in Buchs: Stahl, Schuppen und nachhaltige Ideen – ein moderner Dreh am Dreiländereck

Mitten im Schweizer Ort Buchs, gelegen an der Nahtstelle dreier Länder, setzen die Architekten von Kaundbe ein auffälliges Zeichen: Ihr Bernerhaus, mutig als Dreieck geformt, verwandelt eine ehemalige 70er-Jahre-Passage in einen Ort, der Wohnen, Arbeiten und Stadtbild neu zusammenbringt. Altes loslassen, Ecke machen, die Nachbarschaft überraschen – so entsteht eine urbane Choreografie zwischen Massivbau und schuppiger Aluminiumhaut, irgendwo zwischen Mut zur Zukunft und Respekt für die Umgebung.

heute 11:58 Uhr | 3 mal gelesen

Buchs – ein Schweizer Kleinstadtjuwel am nördlichen Rand, der Blick geht nach Österreich und Liechtenstein, wenn’s Wetter stimmt. Da macht ein eckiges Grundstück wenig Angst, sondern eher Lust am Experiment. Genau das haben die Architekten Kaundbe getan: Statt die graue Einkaufspassage von anno dazumal aufzuhübschen, spinnen sie das Gelände weiter und setzen ein dreieckiges Wohn- und Geschäftshaus darauf, als wollte das Haus selbst Grenzlinien verschwimmen lassen. Die Fassade: Ein bisschen wie ein Reptil aus Beton und Metall, aber freundlich. Die sogenannten PREFA-Schindeln, hellgrau, klein, aber oho, schmiegen sich wie Schuppen um die abgerundeten Ecken. Lustiges Detail – in Buchs gibt’s eine Tradition von Holzschindeln an Einfamilienhäusern. Und jetzt eben Aluminium, modern und doch ein Zwinkern in Richtung Vergangenheit. Leicht, langlebig, wetterfest – nicht nur schön, sondern ziemlich praktisch. Unten: Sichtbeton, Bögen, die so elegant wirken, als würde schweres Material plötzlich tanzen. Entstanden, weil die Statik der Tiefgarage unter dem Bau als Vorgabe übernommen werden musste. Manchmal ist es gerade die Beschränkung, die das Kreative freisetzt. Die Bögen, sie treffen sich da, wo Säulen und Außenwände sich küssen. Die Fassade verlangt Präzision, sagt der Bauleiter – jeder Fehler multipliziert sich, wenn tausende kleine Elemente einen Bogen klammern sollen. Doch am Ende gefällt das Spiel aus Material, Linie und Licht. Das Bernerhaus lebt vielleicht von der Idee, Stadtentwicklung bedeutet: Alt und Neu auf Tuchfühlung bringen, ohne faule Kompromisse. Und vielleicht von der Freude daran, Grenzen zu testen – baulich wie geografisch.

Das neue Bernerhaus in Buchs ist weit mehr als einfach nur ein gelungenes Sanierungsprojekt. Statt die alte Einkaufspassage nur aufzuhübschen, wurde auf ungenutzter Fläche ein dreieckiger Neubau gesetzt, der – umhüllt von einer raffinierten 'Reptilienhaut' aus Aluminium-Schindeln – Wohnen und Gewerbe auf elegante Weise mischt. Die clever genutzte Statik der vorhandenen Tiefgarage und die Wahl nachhaltiger Materialien (darunter recyceltes Aluminium und erneuerbare Energien bei der Produktion) machen das Gebäude zu einem Symbol für ökologische Verantwortung und kreative Stadtentwicklung der Gegenwart. Laut aktuellen Medien (Stand: 17. Juni 2024) diskutieren Städteplaner in der Schweiz und im benachbarten Ausland vermehrt über innovative Nutzungskonzepte solcher innerstädtisch gelegenen Nischen und loben das Bernerhaus als Paradebeispiel dafür, wie mit Mut, Kreativität und Respekt vor Bestand nachhaltige Baukultur entstehen kann. Die Bestrebungen, Nachhaltigkeit im Bauwesen – vor allem im industriellen Maßstab – weiterzutreiben, spiegeln sich auch in ähnlichen Projekten wider, bei denen Recycling, Energieeffizienz und sozialer Mehrwert (etwa im Sinne von Mixed-Use) verstärkt zusammen gedacht werden.

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