Wer in diesen Tagen durch die Flure des Tagungszentrums in Tampere schlendert, merkt schnell: Hier treten Exzellenz, Neugierde und eine Brise Entdeckergeist in den Austausch. Mitten im Trubel: Vertreter*innen der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, allen voran Johannes Dammerer und Hannelore Zeilinger, die gleich drei Beiträge zum internationalen Diskurs lieferten. Das große Thema: Mentoring – aber wie so oft steckt im Detail die größte Sprengkraft.
Der erste Beitrag legte offen, wie in Österreich die Ausbildung von Mentorinnen und Mentoren gewachsen ist – und warum eine professionelle Begleitung neuer Lehrkräfte mehr braucht als bloßes Erfahrungswissen. Es geht darum, eine Art zweite Sprache des Lehrens zu entwickeln, wie Hannelore Zeilinger anhand von gemeinsamen Arbeiten mit Stefan Zehetmeier zeigte. Besonders eindrücklich: Mentoren verstehen sich nicht nur als Ratgeber, sondern finden eine professionelle Identität im Begleiten von Einsteiger*innen – ein Prozess voller Spannung, aber auch Risiko.
Auch die vielschichtigen Ergebnisse aus dem Forschungsnetzwerk Berufseinstieg FoNeB, vorgestellt im zweiten Beitrag, unterstreichen das: Die Ausbildung prägt das Verhalten der Mentoren, aber auch deren Fähigkeit, für junge Lehrkräfte geschützte Lernräume (im übertragenen Sinne versteht sich – nicht Wände, sondern Vertrauen und Entwicklung) zu schaffen.
Wer hätte gedacht, dass gerade im Mentoring grundlegende Fragen nach Sprache, Identität und rollengerechtem Handeln so sichtbar werden? Das internationale Publikum war jedenfalls sichtlich angetan – Nachfragen, kontroverse Diskussionen und reges Networking inklusive. Letztlich zeigt die ECER 2026 einmal mehr: Wer Forschung sichtbar macht, bringt nicht nur die eigene Hochschule voran, sondern rückt relevante Bildungsfragen in den internationalen Fokus.
Die PH Niederösterreich präsentierte auf der ECER 2026 in Tampere drei eigenständige Beiträge, die sich aus unterschiedlicher Perspektive dem Thema Mentoring im Lehrberuf widmen: Erstens wurde beleuchtet, wie in Österreich Programme zur Professionalisierung von Mentor*innen zur Qualitätssteigerung in der Lehrerbildung beitragen. Dabei zeigte sich, dass neben dem klassischen pädagogischen Wissen auch eine neue, reflektierte Fachsprache entwickelt werden muss, um neue Lehrkräfte effizient unterstützen zu können.
Bemerkenswert ist, dass in Diskurs und Forschung zunehmend anerkannt wird, wie komplex die Rolle von Mentor*innen ist: Sie begleiten Neulinge nicht nur in methodischen Fragen, sondern fördern auch deren eigene professionelle Identitätsbildung. Die internationale Aufmerksamkeit während der Konferenz – messbar an reger Beteiligung und intensiven Nachfragen – signalisiert, wie sehr das Thema Mentoring gerade auch vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels und der Herausforderungen digitaler Bildungswelten an Aktualität gewinnt.
Erweiterte Recherche: Diverse aktuelle Medienberichte weisen darauf hin, dass Mentoring und Begleitung von Berufseinsteiger*innen europaweit als Mittel gegen Fachkräftemangel und Frühberufsabbrüche diskutiert werden. Zugleich werden auf europäischer Ebene Programme entwickelt, die gerade in multikulturellen und mehrsprachigen Kontexten individuelle Begleitung mit digitaler Professionalisierung verbinden. Die Rolle von Hochschulen – nicht nur als Aus- und Weiterbildungsstätten, sondern auch als Forschungseinrichtungen – wird damit immer stärker in den Fokus internationaler Diskussionen gerückt.